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Politik | Inland
02/21/2019

Deutschförderklasse: 15 Prozent der Kinder steigen auf

Das ist das Ergebnis der halbjährlichen Überprüfung der Deutschförderklassen in Wien.

Die Bundesregierung führte trotz Bedenken von Pädagogen eigene Deutschklassen ein. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor, was die Maßnahme brachte. Wer dem Unterricht mangels Deutschkenntnissen nicht ausreichend folgen kann, wird seit vergangenem Herbst aus der Regelklasse herausgenommen und in eine Deutschförderklasse gesteckt. Von den rund 70.000 Wiener Volksschulkindern betraf das im Herbst 2018 exakt 4966 Kinder.

Wie geplant wird am Ende des Semesters überprüft, ob die Kinder ausreichend Deutsch gelernt haben, um wieder zu ihren Klassenkollegen wechseln zu können. Ergebnis aus Wien: 865 Kinder – das sind 15,4 Prozent – müssen nicht mehr in eine Deutschförderklasse.

Noch schwächer ist das Ergebnis bei den Deutschförderkursen, in die jene Kinder gehen, die zwar dem Unterricht folgen können, aber dennoch eine Deutschförderung brauchen. In Wien besuchten im vergangenen Semester 8627 Kinder den Deutschförderunterricht. Nur 675 Kinder weniger - das sind rund 7,6 Prozent - besuchen in diesem Semester so eine Förderklasse. 

Allerdings wurden die Förderstunden im vergangenen Semester drastisch gekürzt - von elf Wochenstunden auf nur mehr sechs. 

Gut oder nicht genug?

Ist das viel oder wenig? Die Politik sieht das (je nach Parteizugehörigkeit) unterschiedlich: „Das Ergebnis ist nicht schlechter und nicht besser als die Ergebnisse, die wir davor mit unserer Deutschförderung in der Regelklasse erzielten. Aber für den Aufwand und die vielen Botschaften, wie super die Deutschklassen seien, sind die Ergebnisse ernüchternd“, sagt Wiens Bildungsdirektor Heinrich Himmer.

Bildungsminister Heinz Faßmann sagt zum KURIER: „Das Ergebnis ist erfreulich, aber das ist nicht das Wesentlichste. Wesentlich ist, wie viele Schüler tatsächlich dem Unterricht folgen können, und dass die Schüler je nach Bedarf die richtige Förderung erfahren. Und das ist offenbar gelungen.“

Die Resultate der anderen Bundesländer liegen noch nicht vor.