Tirols SPÖ-Chef und die Bundesparteivorsitzende sind auf der Fassade der roten Zentrale in Innsbruck plakatiert.

© Willim Christian

Politik Inland
08/02/2021

Der neue Burgfriede zwischen Rendi-Wagner und Dornauer

Die SPÖ-Chefin würde sich ein ähnlich professionelles Verhältnis mit Doskozil wünschen, wie sie es inzwischen zu Dornauer hat.

von Christian Willim

Als Pamela Rendi-Wagner Montagmittag im Zuge ihrer Sommertour durch die Bundesländer bei der Parteizentrale der Tiroler SPÖ in Innsbruck eintrifft, wird sie freundlich empfangen. An der Fassade prangt ein Plakat von ihr und Georg Dornauer. Keine Selbstverständlichkeit.

Denn es ist gerade einmal zweieinhalb Jahre her, dass die Bundesvorsitzende dem Tiroler bei dessen Kür zum Landesparteichef und dem angereisten Burgenländer Landeshauptmann Hans Peter Doskozil öffentlich den Kopf wusch.

Der Anlass: Die ständigen Querschüsse des freundschaftlich verbundenen Duos.

Doch während sich Rendi-Wagner und Doskozil zuletzt zum wiederholten Male Unfreundlichkeiten über die Medien ausgerichtet haben, ist das Verhältnis mit dem Tiroler SPÖ-Chef in ruhiges Fahrwasser gekommen.

Sie sei ein "nicht nachtragender Mensch", erklärt die SPÖ-Chefin zu den Querelen der Vergangenheit. Es gehe darum, "auf die Kernthemen der Sozialdemokratie zu setzen". Die professionelle Beziehung zu Dornauer sei "sehr, sehr gut, sehr eng, gut abgestimmt". Das sei nicht nur am heutigen Tag der Fall. "Sondern natürlich auch regelmäßig, wenn es darum geht, sich rasch abzustimmen, kurze Wege zu gehen."

Auf die Frage, ob sie sich so auch die Zusammenarbeit mit dem Burgenland vorstellen würde: "Genau."

Dornauer streut Rosen

Tirols SPÖ-Chef hält sich bereits seit Monaten auffällig zurück, scheint sichtlich bemüht, keine Störfeuer abzugeben. Nach etlichen Fettnäpfen, in die der 38-Jährige zu Beginn seiner Amtszeit als Parteichef getappt ist, konzentriert er sich auch auf Landesebene mehr auf die Sachpolitik.

Seiner Bundesvorsitzenden streute Dornauer am Montag Rosen. Man habe eine "konstruktives und aus meiner Sicht auch freundschaftliches Verhältnis aufgebaut." Rendi-Wagner sei für ihn "ganz klar die Spitzenkandidatin zur nächsten Nationalratswahl. Das sage ich nicht aus Kalkül, sondern aus einer tiefen Überzeugung heraus."

Die Parteichefin bringe alles mit. "Nicht nur den politischen Inhalt, auch darüber hinaus die politische Sauberkeit, die Authentizität und hohes Maß an Verantwortung gegenüber dieser Republik."

In der Tiroler SPÖ hatte man wenig Freude mit der jüngsten Schlammschlacht, mit der sich die Partei ohne Not in die Negativschlagzeilen gebracht hatte. Doskozils Ausritte sorgten für Kopfschütteln, weil dahinter auch keine klare Strategie zu erkennen war, ist zu hören.

Flächen für sozialen Wohnbau in die Verfassung

Bei ihrem Tirol-Besuch stellte Rendi-Wagner - ganz auf die Situation im Bundesland mit seinem überhitzten Immobilienmarkt zugeschnitten - eine Offensive im Bereich Wohnpolitik in Aussicht. Geht es nach ihr, sind nach Wiener Vorbild künftig bei Neuwidmungen von Grundstücken 70 Prozent der Flächen für den sozialen Wohnbau zu reservieren.

"Ich denke, diese Art von Flächenwidmung wäre sogar ein wichtiger Punkt Richtung sozialer Wohnbau, um ihn in der Verfassung abzusichern", so die SPÖ-Chefin. Wohnen dürfe kein Luxus werden.

 

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