Magnus Brunner aus Bregenz

© Kurier/Juerg Christandl

Porträt
12/05/2021

Energieexperte Magnus Brunner übernimmt das Finanzministerium

Mit Magnus Brunner zieht ein 49-jähriger Bregenzer Wirtschaftsbündler in der Himmelpfortgasse ein.

von Michael Bachner, Bernhard Gaul

Magnus Brunner hat im Umgang bisher immer etwas sehr Freundliches, sehr Zuvorkommendes gehabt – das lag wahrscheinlich auch an seinen bisherigen Funktionen, die ihn bestimmt forderten, aber wohl nie überforderten.

Ab Montag wird es für ihn zweifellos wesentlich anspruchsvoller, denn der 49-jährige Vorarlberger übernimmt mit dem Posten des Finanzministers eine der schwierigsten Aufgaben in dieser Regierung. In den Sozialen Medien wurde jedenfalls mehrheitlich begrüßt, dass ein Vorarlberger das Amt übernimmt: Menschen aus dem Ländle gelten ja als fleißig, sparsam und strebsam, die Verwandtschaft zu den Schweizern, Elsässern und Schwaben ist offensichtlich.

Nun ist aber echte Kompetenz gefragt, nicht nur zugesprochene: Eben noch hat sein Vorgänger Gernot Blümel die leicht adaptierten Corona-Hilfen vom Ausfallsbonus bis zum Härtefallfonds präsentiert. Schon muss Brunner gerade stehen für die vielfache Kritik an eben diesen Hilfen und den gigantischen Schuldenberg, den die Krise mit sich gebracht hat.

Wertlose Konjunkturprognosen ?

Und gelingt es nicht, die Pandemie endlich in den Griff zu bekommen, sind auch die Konjunkturprognosen aus dem Herbst, auf denen das Budget 2022 beruht, relativ wertloses Papier.

Brunners Nominierung für die Himmelpfortgasse wird für viele eine Überraschung sein – beginnend damit, dass in Umfragen rund die Hälfte der Befragten angaben, Brunner gar nicht zu kennen. Dass der Staatssekretär nicht allzu oft aufgefallen ist, liegt wohl auch an seinen wenig massentauglichen Themen – die Flugindustrie und Wasserstoff als Energieträger der Zukunft. Was auch der Grund ist, warum Brunners Dienstwagen eines von 57 in Österreich zugelassenen Wasserstoffautos ist. Der Schönheitsfehler ist, dass die fünf Wasserstofftankstellen in Österreich „grauen“ Wasserstoff verkaufen – der aus Erdgas und mit viel CO2-Emissionen produziert wird.

Aufgefallen ist Brunner zuletzt durch seine Kritik an seiner Vorgesetzten, Ministerin Leonore Gewessler, wegen ihres Neins zum Lobautunnel.

Sein bisheriger Job dürfte relativ viel Luft für die Freizeit gelassen haben, das könnte sich jetzt ändern. Sein Nebenjob: Brunner ist Präsident des Österreichischen Tennisverbandes ÖTV, des zweitgrößten Sportverbandes Österreichs.

Er selbst gab an, in der Nacht auf Freitag den Anruf vom designierten neuen Bundeskanzler Karl Nehammer bekommen zu haben, ob er Finanzminister werden wolle. Ja, er wollte und löst damit Gernot Blümel ab, der – zumindest von Nehammer in seiner Antrittsrede am Freitag unbedankt – fast zwei Jahre lang das Ministerium durch die extrem heikle Phase der Pandemie geleitet hatte.

Statt des Philosophen kommt ein Jurist

Und jetzt, da der studierte Philosoph und MBA Blümel sich wirklich eingearbeitet hatte, kommt der promovierte Jurist Brunner. Wobei, da legt sein Büro wert darauf: Brunner hatte nach seiner Tätigkeit im Büro des damaligen Landeshauptmanns Herbert Sausgruber und beim Wirtschaftsbund auch eine leitende Position in der Unternehmensentwicklung und Konzernkommunikation der Illwerke/VKW-Gruppe in Bregenz inne. Und er war Vorstand einer Aktiengesellschaft – der OeMAG, das ist die Abwicklungsstelle für Ökostrom. Brunner ist also vor allem Energieexperte.

Das passt wieder: Energie wird er für seinen neuen Job mehr als genug brauchen.

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