Politik | Inland
31.03.2017

Chefin der Jungen Grünen spricht von autoritärem Vorgehen

Laut Flora Petrik streben die Jungen Grünen eine geordnete Scheidung an, über die Kompromisslosigkeit der Parteispitze ist man "schockiert".

Nach dem Ausschluss der Jungen Grünen hat sich deren Chefin Flora Petrik am Freitag "enttäuscht und traurig" gezeigt, zündelte in einer Aussendung aber weiter gegen die Mutterpartei. Sie sprach von einem "Ausschluss durch die Parteispitze" und warf dieser ein autoritäres Vorgehen vor. Am Sonntag soll beraten werden, wie es weitergeht.

"Die Trennung tut natürlich weh. Wir streben dennoch eine geordnete Scheidung an, damit es nicht zu noch mehr unnötigen Kränkungen und Verletzungen kommt", erklärte Petrik nach dem Treffen mit Grünen-Bundessprecherin Eva Glawischnig vom Donnerstagabend. Die Belastungen seien derzeit extrem, Gelder und der Zugang zu Infrastruktur seien großteils weg.

Dennoch wollen die Jungen Grünen Perspektiven schaffen, "wie sie sich weiterhin politisch einbringen können". Am Sonntag wollen Delegierte aus den Landes- und Bezirksorganisationen bei einem Notfalltreffen über die aktuelle Situation beraten. Nächste Schritte sollen "gegen Dienstag" bekannt gegeben werden.

"Kompromisslosigkeit der Parteispitze"

Man sei "schockiert über diese Eskalation und die Kompromisslosigkeit der Parteispitze", hieß es weiter. Es sei eine Fehleinschätzung gewesen, "nicht zu sehen, dass die Parteispitze in ihrem derzeitigen Krisenzustand Probleme nur mehr mit autoritären Mitteln lösen kann". Bei sich ortete Petrik keine Schuld. Es sei die Partei gewesen, die die Jungen Grünen in den Streit der Studentenfraktionen hineingezogen und unter Druck gesetzt habe, argumentierte sie.

Unterdessen suchen die steirischen Grünen knapp vor der ÖH-Wahl dringend Aktivisten für die Grünen und Alternativen StudentInnen (GRAS) in Graz. Im Mitglieder-Newsletter wird zu einem "InteressentInnentreffen" am 3. April geladen. Die bisherige GRAS-Riege in der steirischen Landeshauptstadt hat sich größtenteils zur nunmehrigen Konkurrenz der Grünen Studierenden zusammengeschlossen, sogar auf der aktuellen GRAS-Homepage prangen als "Unser Team" noch Vertreter der Grünen Studierenden.