Politik | Inland
29.03.2018

Gridling: "Will voll rehabilitiert werden und zurück"

Direktor Gridling erfuhr laut "SN" von seinem Vorgesetzten Peter Goldgruber, was ihm vorgeworfen wird. Pilnacek bestreitet "Justizpanne".

Peter Gridling, Chef des Verfassungsschutzes, erfuhr von den gegen ihn gerichteten Vorwürfen nicht, wie üblich, von der Justiz – sondern direkt von Generalsekretär Peter Goldgruber. So etwas gab es in dieser Form wohl noch nie und macht die Causa um eine weitere Facette reicher. Denn Gridling war nicht bei der Hausdurchsuchung Ende Februar im BVT anwesend. Als er telefonisch davon erfuhr, wollte er ins BVT zurückkehren, wurde aber stattdessen direkt ins Innenministerium zitiert.

Nachdem seine Suspendierung nun vorerst unbefristet verlängert worden ist, gab er den Salzburger Nachrichten und der Tiroler Tageszeitung ein Interview. Darin berichteter er erstmals über die Hausdurchsuchung. Die Rolle von Goldgruber wird damit noch undurchsichtiger. Der Generalsekretär hatte die gesamte Affäre angestoßen und bei der Korruptionsstaatsanwaltschaft entsprechend Druck gemacht. Dass er nun offenbar auch Aufgaben der Justiz übernommen hat, war bisher unbekannt.

Nachdem zwei Staatsanwaltschaften - ohne voneinander zu wissen - parallel ermittelt haben und die Ermittlungen gegen Gridling eingestellt wurden, weil "kein Tatverdacht" vorlag, ist das nun bereits die dritte mutmaßliche Panne der Justiz.

Im Gegensatz zur Generaldirektorin für Öffentliche Sicherheit, Michaela Kardeis, die über die BVT-Causa berichtende Journalisten zuletzt sogar als „Sicherheitsrisiko“ bezeichnet hat, lobte Gridling explizit, „dass Medien versuchen, Transparenz herzustellen“.

Er bestätigte außerdem, was er in den vom KURIER zuletzt auszugsweise veröffentlichen Verhörprotokollen ausgesagt hat. Etwa, dass eigentlich sein Stellvertreter und der Abteilungsleiter für die Löschung von Daten verantwortlich gewesen sei. Sein damaliger Stellvertreter ist nicht suspendiert, gegen den Abteilungsleiter wird bis heute nicht einmal ermittelt. „Ich finde es auch seltsam, dass mir von der Staatsanwältin nicht konkret vorgehalten wird, was die Zeugen erklärt haben wollen“, sagte der suspendierte BVT-Chef.

Wegen der Suspendierung gehe es ihm aktuell jedenfalls „bescheiden“, wie er den SN sagte. „Ich fühle mich nicht sonderlich wohl in meiner Haut.“ Er habe sich aber nichts vorzuwerfen, betonte der Osttiroler. Er will aber eine „völlige Aufklärung, mein völlige Rehabilitierung und die Rückkehr ins BVT in meiner Funktion als Direktor“.

Reaktion

Laut Christian Pilnacek, Generalsekretär im Justizministerium, liegt dagegen keine Justizpanne vor. Die Vorgehensweise in der Causa Gridling sei absolut normal und gesetzeskonform.