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Politik Inland
02/12/2021

Blümel-Razzia: Novomatic-Gründer Graf dementiert Treffen mit Kurz und Blümel

In der Anordnung zur Hausdurchsuchung führt die Korruptionsstaatsanwaltschaft einen Termineintrag von Johann Graf an, wo am 25.7.2017 "Kurz“ eingetragen ist. Der Novomatic-Gründer dementiert, dass es jemals einen Termin zwischen ihm und Kurz gab. Liegt sogar eine Verwechslung vor?

von Ida Metzger

Neben der SMS-Nachricht von Ex-Novomatic-Chef Harald Neumann an Gernot Blümel ("Ich hätte eine Bitte: Termin bei Kurz...“) führt die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (kurz WKStA) in der sogenannten  Anordnung zur Hausdurchsuchung bei ÖVP-Finanzminister Gernot Blümel auch noch ein weiteres brisantes Faktum an.

Nämlich, dass im Terminkalender von Novomatic-Gründer Johann Graf, wenige Tage nachdem Neumann die verdächtige Nachricht an Blümel schickte, ein interessanter Name auftaucht. Am 25. Juli 2017 ist der Name "Kurz" eingetragen. Ein Termin mit dem damaligen Außenminister und heutigen Bundeskanzler lässt sich daraus schließen. 

Verwechslung?

Allerdings hieß damals im Jahr 2017 auch eine der Novomatic-Aufsichtsrätinnen Martina Kurz. Sie ist  verheiratet mit Thomas Graf, dem Sohn von Johann Graf. Demnach ist Martina Kurz die Schwiegertochter des schwerreichen Konzern-Gründers.

Der KURIER fragte bei Christopher Schrank, Anwalt von Johann Graf, per Mail nach, ob ein Termin am 25. Juli 2017 zwischen ihm und Sebastian Kurz stattgefunden habe? Die Antwort von Grafs Anwalt an den KURIER lautete so: 

"Bei dem von Ihnen angesprochenen Termin mit dem Betreff "Kurz" handelt es sich vermutlich um eine Besprechung mit Frau Mag. Martina Kurz, die Herr Prof. Graf öfter getroffen hat, zumal sie damals auch Mitglied des Aufsichtsrats der Novomatic AG war.
 
Mit dem früheren Außenminister und nunmehrigen Bundeskanzler Sebastian Kurz und auch mit Finanzminister Gernot Blümel hatte Herr Prof. Graf noch nie Kontakt. Folglich hat Herr Prof. Graf auch weder Herrn Bundeskanzler Kurz noch Herrn Finanzminister Blümel jemals getroffen."

Verwunderlich ist natürlich, dass die Schwiegertochter von Graf mit ihrem Nachnamen in seinem Kalender eingetragen ist. Aus Grafs Umfeld erfuhr der KURIER, dass es durchaus üblich ist, dass bei Terminen mit Familienmitgliedern nur der jeweilige Nachname notiert ist, denn den Business-Terminkalender führt Graf nicht persönlich, sondern wird von Grafs Assistentin verwaltet.  

Die WKStA muss nun klären, wer nun tatsächlich bei Graf am 25.7.2017 zu einer Besprechung  geladen war. War es wie es Johann Graf sagt: Martina Kurz? Oder wie es die WKStA annimmt: Sebastian Kurz?

 

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