Beratungsstellen für Frauen bekommen 8,2 Millionen Euro

Beratungsstellen für Frauen bekommen 8,2 Millionen Euro
Neue Schwerpunkte gegen sexuelle Gewalt. Ein Plus von 1,15 Millionen Euro für die Beratungsstellen

Mehr Geld für den Gewaltschutz, das war die Kernaussage zur Erhöhung des Frauenbudgets 2023. Insgesamt wird das Budget für Frauen von 18,4 Millionen auf 24,3 Millionen Euro erhöht. Der Großteil wird für Gewaltprävention aufgewendet.

Am Donnerstag gab Frauenministerin Susanne Raab (ÖVP) mit der Vorstandsvorsitzenden des Netzwerks der Frauen- und Mädchenberatungsstellen, Elisabeth Cinatl, und Geschäftsführerin Sophie Hansal Details bekannt: 8,2 Millionen Euro des Frauenbudgets gehen an die 197 Frauen- und Mädchenberatungsstellen in ganz Österreich. Das Budget entspricht einem Plus von 1,15 Millionen Euro.

Wie viel des gesamten Budgets konkret für den Gewaltschutz reserviert ist, lasse sich an keiner fixen Zahl festmachen, erklärte Raab. Das Geld werde auch für Präventionsarbeit und Beratungen verwendet und lasse sich somit nicht klar trennen, so Raab. Die finanzielle Absicherung der Beratungsstellen sei notwendig, so Sophie Hansal. „Krisen sind Katalysatoren für die Ungleichbehandlung von Frauen.“

2021 suchten österreichweit 110.000 Frauen und Mädchen die Beratungszentren auf. Durch die Corona-Pandemie, den Ukraine-Krieg und der damit einhergehenden Teuerung steigt die Nachfrage spürbar, so Hansal. „Die Probleme sind multipler und komplexer geworden“.

Essstörungen und Suizidgedanken

Zuletzt habe sich insbesondere die Lage bei Mädchen verschlimmert. „Es gibt derzeit mehr Beratungsanfragen zu Essstörungen und Suizidgedanken als etwa Liebeskummer.“ Die landesweiten Anlaufstellen bieten psychosoziale Dienste, juristische, finanzielle und berufliche Beratungen an. In puncto Gewaltschutz sollen zudem neue Schwerpunkte (sexuelle Gewalt, Zwangsheirat, Genitalverstümmelung Cyber-Gewalt) gesetzt werden. Hilfesuchende können sich online (www.frauenberatung.gv.at), anonym und per Videotelefonie beraten lassen.

Länder am Zug

Dominierende Themen seien neben Gewalterfahrungen in Beziehungen auch finanzielle Notlagen und Probleme bei der Kinderbetreuung und der Vereinbarkeit mit dem Beruf. Hier sieht Frauen- und Familienministerin Raab die Länder am Zug, die notwendigen Kindergartenplätze auszubauen. „Die Kindergartenmilliarde steht, die Bundesländer müssen sich jetzt das Geld abholen.“ D.Dauer

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