Politik | Inland
17.08.2018

"Nicht akzeptabel": Stelzer will mehr Geld für Uni Linz

Oberösterreichs Wirtschaft und Industrie beklagen Fachkräftemangel – Landesregierung will Ausbildung ausbauen.

„Wir setzen ein gemeinsames Rufzeichen. Die Schieflage muss ein Ende haben“, sagt Thomas Stelzer.

Weil im Industrieland Oberösterreich punkto Fachkräftemangel längst Feuer am Dach ist, fordert Landeshauptmann Stelzer, ÖVP, von der Bundesregierung eine „gerechtere finanzielle Unterstützung“ der Linzer Johannes Kepler Universität (JKU). Sonst drohe der österreichischen Wirtschaftslokomotive Oberösterreich und damit auch der Republik massiver Schaden, beklagt Stelzer.

Vor den im Herbst anstehenden Verhandlungen um die neuen Leistungsvereinbarungen mit den 21 österreichischen Universitäten stellten sich die oö. Regierungsmitglieder und die Spitzen der Wirtschaft klar hinter das Entwicklungskonzept des JKU-Rektors Meinrad Lukas. Von den 1,3 Milliarden Euro, die der Bund in den nächsten drei Jahren zusätzlich für die Unis ausschüttet, forderte Lukas 60 Millionen Euro für die dringende Weiterentwicklung der technischen Studien-Bereiche ein. Das Jahresbudget der JKU beträgt derzeit 130 Mio. Euro. In den sogenannten MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft,Technik) soll mit dem zusätzlichen Geld die Zahl der aktiven Studierenden um 25 Prozent gesteigert werden. Insgesamt wären das zu den derzeit 2600 Studierenden rund 650 prüfungsaktive Studenten mehr. Die Wirtschaft könnte mit 150 Absolventen mehr pro Jahr rechnen, präzisierte Lukas.

„Das ist ein elementares Anliegen des Standorts Oberösterreich“, berichtet Lukas, dass bei allen Betriebsbesuchen der fehlende Nachwuchs universitär ausgebildeter Techniker das Hauptthema sei.

Dramatischer Mangel

Schon jetzt gäbe es einen Mangel von 7400 Fachkräften im MINT-Bereich, 2400 davon sollten einen Uni- oder Fachhochschulabschluss haben, schildert Landeshauptmannstellvertreter Michael Strugl. 2025 würden dann schon 12.000 Fachkräfte in diesem Segment fehlen.

Bei den Verhandlungen mit Wissenschaftsminister Heinz Faßmann, ÖVP, wollen die Oberösterreicher Gerechtigkeit einfordern. „Oberösterreich ist ein Nettozahler. Von einem Steuer-Euro an den Bund fließen nur 45 Cent zurück“ will Stelzer die Bundesregierung in die Pflicht nehmen. OÖ liefere 17 Prozent des BIP, erhalte für die JKU nur fünf Prozent des Gesamtuni-Budgets. Wien dagegen steuere 26 Prozent beim BIP bei und bekomme 54 Prozent des Uni-Topfes. Aus dem erhält die Steiermark derzeit 20 Prozent bei einem BIP-Anteil von 13 Prozent. Stelzer: „Eine Benachteiligung der JKU ist nicht mehr akzeptabel.“