Politik | Inland
27.12.2017

Asylzahlen in Österreich weiter rückläufig

Syrer haben gute Chancen auf einen positiven Asylbescheid, bei Afghanen gilt das nur mehr für die Hälfte.

Die Zahl der Aslyanträge in Österreich ist weiter im Sinken. Waren bis Ende November 2016 rund 40.000 Asylsuchende zu einem Verfahren zugelassen, so hat sich die Zahl bis Ende November 2017 mit 18.982 mehr als halbiert.

Von 22.739 Asylanträgen 2017 wurden bis zum Stichtag 16.208 zum Verfahren zugelassen. Dies bedeutet, dass in Österreich eine inhaltliche Prüfung durchgeführt wird und Österreich daher für die Führung des Asylverfahrens zuständig ist. Zudem wurden 2017 auch 2.774 Verfahren zugelassen, in denen die Asylantragsstellung bereits vor 2017 erfolgte, berichtet das Innenministerium.

Verfahrensrucksack wird kleiner

Die Behörden erledigen mehr Verfahren, auch der so genannte Verfahrensrucksack aus den Jahren 2015 und 2016 ist kleiner geworden, erklärt Karl-Heinz Grundböck vom Innenministerium im Ö1-Morgenjournal. “Wir liegen derzeit bei 35.000 laufenden Verfahren in erster Instanz“, so Grundböck.

Die besten Chancen Asyl zu bekommen haben Syrer – hier dürfen neun von zehn bleiben. Bei den Afghanen, die die zweitgrößte Gruppe an Asylwerbern stellen, hat nur mehr jeder Zweite Chance auf Asyl.

„Das Abkommen zwischen der EU und Afghanistan hat eine neue Grundlage geschaffen, damit sehen wir hier auch die Möglichkeit einer zwangsweisen Rückweisung nach Afghanistan“, so Grundböck.

Bis Ende November wurden 662 solcher Rückführungen nach Afghanistan durchgeführt, nur ein Drittel wollte das Land freiwillig verlassen.

Humanitäre Aufenthaltstitel, die etwa bei besonders guter Integration gewährt werden können, erhielten 1.385 Personen. Hier stellten Russen die größte Gruppe, gefolgt von Serben.

Weniger unbegleitete Minderjährige

Stark zurückgegangen sind heuer auch die Ansuchen von unbegleiteten Minderjährigen. Wurden im Vorjahr bis inklusive November von dieser besonders verwundbaren Gruppe 4.315 Asylanträge eingebracht, waren es heuer im gleichen Zeitraum 1.661.

Besonders herausfordernd gestaltete sich die Integration in den Arbeitsmarkt: Im November waren rund 404.700 Personen arbeitslos gemeldet oder befanden sich in Schulungsmaßnahmen. Bei knapp einem Drittel von ihnen handelte es sich um ausländische Staatsangehörige. Besonders hoch war die Zahl von Asyl- und subsidiär Schutzberechtigten unter den arbeitslosen Ausländern: Insgesamt 30.200 Flüchtlinge waren im November 2017 arbeitslos oder befanden sich in einer Schulung. Zwei Drittel von ihnen stammen aus Syrien oder Afghanistan.

Weniger neue Flüchtlinge in Deutschland

Auch Zahl an neuankommenden Flüchtlingen geht zurück. So verzeichnet Deutschland weniger Einreisen aus Österreich, Tschechien und der Schweiz. Bis einschließlich November seien an der Grenze zu Bayern und Baden-Württemberg etwa 19.600 Flüchtlinge gezählt worden, sagte ein Sprecher.

Im Vorjahreszeitraum waren es etwa 74.000 unerlaubte Einreisen. Allein über Bayern kamen demnach knapp 16.000 Flüchtlinge nach Deutschland, 2016 waren es 70.000. An der Grenze zu Bayern registrierte die Bundespolizei 410 Fälle von Schleppung, 2016 waren es 665.