Politik | Inland
10.01.2018

Akademikerball: Strache will auch heuer teilnehmen

Als weitere Spitzenpolitikerin der FPÖ hat die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller erklärt, sicher an dem Ball teilzunehmen.

Mit dem Eintritt der FPÖ in die Regierung bekommt der Wiener Akademikerball neue Brisanz. Die Sicherheitsbehörden rechnen mit wieder heftigeren Demos. Einige zu Ministern avancierte Freiheitliche verzichten heuer laut "SN" auf die Teilnahme. Vizekanzler Heinz-Christian Strache ( FPÖ) geht aber am 26. Jänner zum Burschenschafterball, wenn nichts Gröberes dazwischenkommt, sagte ein Sprecher der APA.

Als einzige weitere Spitzenpolitikerin der FPÖ hat die Dritte Nationalratspräsidentin Anneliese Kitzmüller gegenüber den "Salzburger Nachrichten" (Mittwoch-Ausgabe) erklärt, sicher an dem Ball - ein traditioneller Treffpunkt schlagender Burschenschafter - teilzunehmen. Infrastrukturminister Norbert Hofer, Innenminister Herbert Kickl und Verteidigungsminister Mario Kunasek verzichten darauf. Sozialministerin Beate Hartinger wollte sich nicht äußern.

Größere Proteste erwartet

Demonstriert wird gegen den früher von der FPÖ ausgerichteten Ball des Wiener Korporationsringes (WKR) in der Hofburg alljährlich. Die letzten beiden Jahre verliefen die Kundgebungen überraschend ruhig. Das dürfte sich heuer ändern. Die Sicherheitsbehörden rechnen mit größeren - und möglicherweise gewaltbereiten - Protesten nicht nur gegen den Ball, sondern gegen die schwarz-blaue Regierung insgesamt.

Das Anti-Extremismus-Bündnis "Jetzt Zeichen setzen" sieht denn auch Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) gefordert: Dieser müsse garantieren, dass kein Mitglied der von ihm geführten Regierung an dem Ball teilnimmt. Denn eine "von rechtsextremen Vereinigungen getragene Veranstaltung" dürfe nicht zum Staatsakt werden, hieß es in einer Aussendung.