CORONA: PK "STOPP CORONA APP FUNKTIONSWEISE UND NUTZUNGSSTAND": SZEKERES

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Politik Inland
11/19/2020

Ärztekammer liefert Vorschläge, um Pandemie unter Kontrolle zu bringen

Die angekündigten Antigen-Massentests seien nur bei richtiger Handhabe zielführend.

Wie lässt sich die Corona-Pandemie unter Kontrolle halten? Um diese Frage zu beantworten hat die Österreichische Ärztekammer am Donnerstag zu einer Pressekonferenz geladen. 

Thomas Szekeres, Präsident der Österreichischen Ärztekammer schicke zwei Dinge voraus: Für den einzelnen sei es zum einen recht einfach, seinen Teil durch einhalten der Hygiene- und Schutzmaßnahmen beizutragen. Zum anderen müsse niemand Angst haben, die Ordinationen oder andere medizinische Versorgungseinrichtungen zu besuchen. Für alle diese Orte gebe es Sicherheitskonzepte, die das Infektionsrisiko minimieren. Wichtig sei aber, sich vorher telefonisch anzumelden. 

Absicherung der kritischen Infrasturktur

Abseits der individuellen Ebene gehen es vor allem darum, die kritische Infrastruktur abzusichern. „Immer noch ist es auch entscheidend, dass von COVID-19 genesene Menschen zur Plasmaspende motiviert werden. Rekonvaleszentenplasma kann einen großen Beitrag dazu leisten, dass bei aktuell Erkrankten der Krankheitsverlauf erleichtert oder verkürzt werden kann“, betonte Szekeres. Gerade jetzt, wo freie Intensivbetten dringend gebraucht werden, kann eine Rekonvaleszentenplasmaspende in doppeltem Sinne Leben retten.“ 

Auch die Ausgleichszahlung für niedergelassene Ärzte sei laut Szekeres ein wichtiger Bestandteil zur Absicherung der kritischen Infrastruktur. 

Antivirale Medikament und Impfstoffe

Beenden können die Pandemie nur ein wirksames und sicheres Medikament oder eine wirksame und sichere Impfung“, sagt Szekeres. Er plädiert erneut für die Erstellung von internationalen Datenbanken mit anonymisierter Verknüpfung von Prämedikation und Ergebnis zur Identifikation von zugelassenen Medikamenten mit antiviraler Wirkung. „Dieses sogenannte „drug repositioning“ wäre eine deutliche Abkürzung zu einem Medikament gegen COVID-19, weil man sich einen großen Teil des Zulassungsverfahrens ersparen könnte“, sagte Szekeres.

 

Österreichweite Teststrategie

Herwig Lindner, ÖÄK- Vizepräsident und Infektiologe erklärte, dass die aktuelle Teststrategie viel Spielraum zur Verbesserung biete. 

Teil einer bundesweiten Teststrategie könnte z.B. sein, die Antigen-Tests als Grundlage für einen Quarantänebescheid heran zu ziehen: „Der Antigen-Test bringt dann ein positives Ergebnis, wenn Viren in hoher Zahl im Abstrich vorhanden sind – d.h. der Beprobte auch infektiös ist. Das sollte für einen Absonderungsbescheid ausreichen. Ebenso um Kontaktperson Kat.1 zu sein und Symptome einer Infektion zu entwickeln.“

Die angekündigten Antigen-Massentests seien nur bei richtiger Handhabe zielführend. Um zu aussagekräftigen Ergebnissen zu kommen, müsste man „die entsprechende Personengruppe mehrmals in kurzen Abständen erneut testen“. Ein bundesweiter Einmaltest bringe nur eine unscharfe Momentaufnahme - das gleiche gilt für Antigen-Tests in Apotheken oder andernorts: „Denn das massenweise Testen von Symptomlosen produziert neben falsch negativen auch tausende falsch positive Ergebnisse“, erklärte der ÖÄK-Vizepräsident.

Psychosoziale und ökonomische Folgen

Hans-Peter Hutter, Facharzt für Hygiene und Mikrobiologie an der Medizinischen Universität Wien erklärte den Zusammenhang zwischen einem erfolgreichen Contact Tracing und dem Verhindern eines weiteren Lockdowns.

In erster Linie gehe es darum, eine effiziente Nachverfolgung (‚contact tracing‘) aufzubauen. Das sei dringend notwendig, um einerseits Infektionsketten wirksam zu unterbrechen und andererseits um fundierte Daten über Orte und Umstände der Infektion zur Verfügung zu haben.

Basierend auf diesen Informationen könnten dann maßgeschneidert Maßnahmen abgeleitet werden. "Haben wir solche Daten nicht, kann man nur ungezielt alle Österreicher einschränken. Wenn der derzeitige Lockdown zurückgenommen wird, dann steht uns die nächste Welle und der nächste Lockdown erneut bevor. Mit einer differenzierten Vorgangsweise können dagegen die gesundheitlichen, psychosozialen und ökonomischen Folgen minimiert werden", sagte Hutter.

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