Countdown zum Nachzipf

Lernen im Sommer: Wer einen Nachzipf hat, sollte jetzt mit dem Wiederholen beginnen. Wer mit einem Vierer gerade noch durchgekommen ist, ebenfalls.
Foto: KURIER/Boroviczeny

Wer im Herbst eine Nachprüfung hat, sollte spätestens jetzt mit dem Lernen anfangen. Experten geben wertvolle Lerntipps.

Halbzeit: Nur noch vier Wochen Sommerferien. Dann beginnt im Osten des Landes wieder die Schule. Im Westen haben die Schüler noch eine Woche länger schulfreie Zeit.

Für alle, die im September in einem oder zwei Fächern eine Nachprüfung haben, ist es jetzt Zeit, sich auf darauf vorzubereiten.

"Die letzten Ferienwochen werden eine arbeitsintensive Zeit", weiß Christiane Humer von der "Schülerhilfe" aus Erfahrung. Aber nicht nur diejenigen, die ihren Fleck ausbessern wollen, sollten jetzt lernen: "Für Schülerinnen und Schüler, die den Vierer in Englisch oder Mathematik gerade noch geschafft haben, ist jetzt die ideale Zeit, um all die Lücken, die im vergangenen Schuljahr entstanden sind, zu schließen", meint die Geschäftsführerin des Nachhilfe-Anbieters.

Humer kennt die richtigen Kniffe, die zum Erfolg beim Nachzipf führen: "Zuerst müssen alle Unterlagen beisammen sein. Also die Bücher, die Mitschriften usw. Am besten kopieren die Jugendlichen die Unterlagen von guten Mitschülern. Die sind meist komplett und auch weniger fehlerhaft als die eigenen."

Strategie

Haben die Schüler alle Materialien beieinander, ist die richtige Planung wesentlich für den Erfolg: "Teile dir den Stoff in bewältigbare Portionen ein", rät Humer. "Mache dir eine Art Stundenplan." In Englisch könnte das etwa sein: Täglich je 40 Minuten Grammatik üben, Vokabeln lernen und einen Aufsatz schreiben. Beginne immer mit dem, was dir am leichtesten fällt."

In den Nachhilfe-Kursen der Schülerhilfe gibt es täglich zwei Stunden Unterricht. Zusätzlich erhalten die Kids Hausübungen. "Am Ende jeder Woche machen wir Tests, um zu sehen, ob das Gelernte auch sitzt. Einmal simulieren wir auch die Nachprüfung. So wird der Schüler bzw. die Schülerin sicherer." Ein psychologischer Effekt. Der Schüler, der weiß, dass er den Stoff beherrscht, geht den Nachzipf entspannter an.

Facebook killt die Konzentration Wer für sich alleine im eigenen Zimmer lernt, läuft leicht Gefahr, sich von anderen Dingen ablenken zu lassen. Die klinische Psychologin Sabine Kainz empfiehlt Schülern und deren Eltern: "Überlegen Sie gemeinsam, was die Konzentration stören könnte. Ist der Jugendliche dauernd auf Facebook? Schreibt die Tochter lieber SMS, anstatt in die Bücher zu schauen? " Alles, was vom Lernen ablenkt, sollte vom Schreibtisch verbannt werden: Handy, die spannende Ferienlektüre, Radio, MP3-Player oder der Laptop - so er nicht zum Lernen benötigt wird.

Der Schreibtisch ist der richtige Ort zum Lernen. Auf keinen Fall solle man etwa Vokabeln im Bett üben wollen. Denn im Bett melde das Gehirn: Jetzt ist Schlafenszeit. Der Tisch mit Heften und Büchern aber signalisiere dem Gehirn: Jetzt wird gelernt.

Das Zauberwort beim Lernen heißt Wiederholung. "Wer den Stoff nur einmal lernt, merkt sich nur 20 Prozent", sagt Kainz. "Eltern sollten deshalb darauf achten, dass ihre Kinder genügend Zeit dafür einplanen." Bewährt hätten sich Lernkarteien: "Ideal für Vokabel oder Formeln. Auch Lernplakate, die im Zimmer aufgehängt sind, sind gute Gedächtnisstützen."

Mach mal Pause

Auf den letzten Drücker ohne Unterbrechung zu lernen, habe wenig Sinn: "Pausen sind nach jedem Kapitel sinnvoll. Sie sind die ideale Zeit, um abzuschalten und Kraft zu tanken. Am besten ist ein Spaziergang an der frischen Luft. Auf keinen Fall sollten die Schüler in dieser Zeit den Fernseher einschalten oder im Internet surfen", sagt KURIER-Familycoach Martina Leibovici-Mühlberger. Hat der Jugendliche sein Lernpensum geschafft, darf er sich gerne belohnen.

Family-Coach-Telefonsprechstunde: Montag, 13 bis 15 Uhr, 01/5265760

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(kurier) Erstellt am
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