Experte Posch über Iran: "Das Regime ist natürlich schon geschwächt"

Walter Posch, Experte an der Landesverteidigungsakademie, analysiert die aktuelle Lage im Iran-Krieg

Der Krieg zwischen Israel, dem Iran und den USA könnte sich noch länger hinziehen. Eine verlässliche Prognose zur Dauer sei derzeit nicht möglich. In der "ZiB2" war dazu Walter Posch, Experte an der Landesverteidigungsakademie, zu Gast.

Dauer des Krieges

"Seriös kann man das nicht sagen", sagte Posch zur Frage, wie lange die Kämpfe noch dauern könnten. Es bräuchte einen klaren Gewaltakt der USA, um ein Ende herbeizuführen. Zudem spiele der Iran eine zentrale Rolle. Die Führung in Teheran habe gedroht, "dass sie so lang schießen, wie sie eben noch Raketen haben".

Unklar sei auch, wann die USA tatsächlich auf ein rasches Ende drängen würden. US-Präsident Donald Trump habe unterschiedliche Kriegsziele formuliert, die Entscheidung hänge stark von innenpolitischen Erwägungen ab.

Ziele und Atomprogramm

Aus israelischer Sicht gehe es strategisch darum, nicht nur iranische Raketen, sondern auch deren Verbündete auszuschalten. Posch verwies darauf, dass Trump nach dem Zwölftagekrieg erklärt habe, die iranischen Atomanlagen seien "völlig und vollständig und überhaupt für immer vernichtet".

Über das iranische Atomprogramm sagte Posch, dass der Iran zur Nuklearanreicherung fähig gewesen sei. Berichte, wonach Teheran innerhalb weniger Wochen elf Atombomben hätte bauen können, ließen sich daraus aber nicht eindeutig ableiten.

Regime unter Druck

Das iranische Regime sei durch den Krieg geschwächt, erklärte Posch, die staatlichen Funktionen würden aber noch funktionieren. "Das ist schon ein sehr verbittertes Regime", sagte er mit Blick auf die hohen militärischen und zivilen Verluste.

Einen baldigen Sturz hält Posch für unwahrscheinlich. Er rechne eher mit einer Transformation des Systems. Nach Kriegsende würden Machtverhältnisse neu verhandelt und auch im Klerus Fragen gestellt werden, ob andere politische Wege möglich gewesen wären.

Folgen für Europa und Ölmarkt

Eine große Fluchtbewegung aus dem Iran oder dem Libanon nach Europa sei derzeit noch nicht zu beobachten, könne aber mit der Dauer des Krieges wahrscheinlicher werden. Beim Erdölpreis sieht Posch die USA in der Lage, gegenzusteuern. Er gehe davon aus, "dass es den USA gelingen wird, auch die Preise in gewisser Weise unter Kontrolle zu halten".

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