Politik | Ausland
07.07.2018

Zeitpunkt für Bubenrettung „perfekt“

Die eingeschlossenen Jungfußballer schrieben bewegende Briefe an ihre Eltern, Rettung könnte bevorstehen

„Ich liebe Euch, Vater, Mutter und Schwester“, schrieb der 16 Jahre alte Pheerapat an seine Familie. Es ist einer von mehreren Briefen, die die in der Tham-Luang-Höhle eingeschlossenen Buben an die Außenwelt schickten. „Macht euch keine Sorgen, wir sind alle stark“, schrieb ein anderer: „Wenn wir hier rauskommen, wollen wir viele Sachen essen. Wir wollen nach Hause, so schnell wie möglich“, hieß es weiter in dem Brief.

Bei den Helfern macht sich Optimismus breit: „Jetzt und in den kommenden drei oder vier Tagen sind die Bedingungen mit Blick auf den Wasserstand, das Wetter und die Gesundheit der Buben perfekt“, sagte Einsatzleiter Osottanakorn Narongsak, der auch Gouverneur der Provinz ist, mit Blick auf einen möglichen Rettungsversuch. „Wir müssen klar entscheiden, was wir tun können.“ Die Beratungen und Vorbereitungen, ob und wann versucht werde, die Buben und ihren Trainer aus der Höhle zu holen, seien aber noch im Gange. Sollte der Himmel über Chiang Rai jedoch seine Schleusen öffnen, bliebe für andere Szenarien jedoch keine Zeit mehr: Im Wettlauf mit dem Monsun-Regen wären die Wasserpumpen zur Senkung des Pegels chancenlos, die Bohrung eines Rettungsschachts würde zu lange dauern, und auch die Suche nach einem alternativen Höhlenzugang blieb bisher erfolglos.

Bohrungen als Alternative

Dennoch bohren die Einsatzkräfte mehr als hundert Rettungsschächte in die Tiefe, um die Buben auf diesem Weg zu befreien. Sie seien bisher aber nicht zu ihnen durchgedrungen, sagte Osottanakorn am Samstag. Bisher seien die Bohrungen nur 400 Meter tief, die Gruppe sitzt jedoch 600 Meter unter Grund fest. Der Sauerstoffgehalt in der Höhle wird immer knapper – Berichten zufolge liegt er derzeit bei 15 Prozent.

Auch die hygienischen Umstände in der Höhle sind erbärmlich: Jeder aus der Gruppe muss sich auf engstem Raum erleichtern, Bakterien, Viren und Pilze können sich leicht ausbreiten. Laut der Zeitung The Nation zeigen zwei der Jugendlichen und ihr Trainer schon Anzeichen für eine Infektion.

Hilfe und Zuspruch kommen aus aller Welt: Ein Team von Tesla-Chef Elon Musks Boring Company ist am Samstag eingetroffen – sie unterstützen die Helfer vor Ort mit Wasserpumpen und starken Akkus. Die Boring Company ist auf Tunnelbau spezialisiert.

Zuspruch kam auch vom thailändischen Prinzen Dipangkorn Rasmijoti: „Liebe Kinder, ihr hattet sicher große Angst, aber ich habe immer an Euch gedacht“, schrieb er auf Deutsch – er lebt zeitweise in der Nähe von München.