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Politik Ausland
08/10/2021

Wie sich Deutschland auf den Pandemie-Herbst vorbereitet

Für Ungeimpfte gibt es mehr Testpflichten und ab 11. Oktober ein Ende der kostenlosen Tests.

von Sandra Lumetsberger

Die Straßencafés sind voll, in den Parks wird gefeiert, in den Bädern geplanscht – der Alltag in Berlin und an anderen Orten hat sich wieder normalisiert, so der Eindruck. Ein Blick auf die Zahlen lässt allerdings Zweifel aufkommen.

Ähnlich wie im vergangenen Sommer klettern sie nach einem Rückgang wieder nach oben. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt gerade bei 23,5. Vor allem unter jüngeren Menschen gibt es zahlreiche Neuinfektionen. In Berlin versucht man sie derzeit mit Party und Techno zum Piks zu animieren – seit Montag wird bei der „Langen Nacht des Impfens“ geimpft, während DJs auflegen.

In einer langen Sitzung berieten am Dienstag auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Vertreter der Bundesländer. Mit Blick auf die Infektionszahlen und das stockende Impftempo wollen sie nachjustieren – um einen neuen Lockdown im Herbst zu vermeiden.

55,1 Prozent Geimpfte

Laut Robert-Koch-Institut sind bis dato 55,1 Prozent der Menschen in Deutschland vollständig geimpft – das sind 45,8 Millionen. 62,5 Prozent haben ihre erste Impfung bekommen.

Stoff für alle Altersgruppen gibt es genug, das versprochene Angebot ist da – ließ Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) jüngst wissen. Genau deswegen könnte der Druck auf Ungeimpfte bald steigen. Ab einer Inzidenz von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen soll es Testauflagen für Veranstaltungen in Innenräumen geben, so der Plan. Dazu gehören Besuche in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheime, Kultur- und Sportveranstaltungen, Gottesdienste, „körpernahe Dienstleistungen“ sowie Sport in Studios und Hallen.

Wer sich nicht impfen lassen will, muss ab 11. Oktober künftig für die Corona-Tests zahlen, darauf haben sich Bund und Länder geeinigt. Angesichts des inzwischen bestehenden Impfangebots für alle sei eine „dauerhafte Übernahme der Kosten für alle Tests durch den Bund und damit den Steuerzahler nicht angezeigt“, heißt es in einem Entwurf der Ministerpräsidentenkonferenz.

Für Menschen, die nicht geimpft werden können bzw. wo es keine Impfempfehlung gibt, sollen die gratis Testmöglichkeiten weiter bestehen – das betrifft Schwangere sowie Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Geimpfte und Genesene müssen dort, wo eine Testpflicht herrscht, nur einen Nachweis erbringen. Maßnahmen wie Abstand, Hygiene und Maskenpflicht im öffentlichen Verkehr oder Geschäften sollen für sie ebenfalls bestehen bleiben.

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