Politik | Ausland
21.09.2018

Widerstand gegen Israel wegen geplanter Dorf-Räumung wächst

Europäische Staaten forderten die israelische Regierung in einem Brief auf, ein Beduinendorf im besetzten Westjordanland nicht abzureißen.

Acht europäische Staaten, darunter fünf Mitglieder des UNO-Sicherheitsrates, haben Israel zur Abkehr von Plänen zum Abriss eines Beduinendorfs im besetzten Westjordanland aufgefordert. Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Schweden, Belgien, Polen und die Niederlande warnten am Donnerstag in einer gemeinsamen Erklärung.

Der Abriss des Dorfes Khan al-Ahmar "würde die Realisierbarkeit der Zwei-Staaten-Lösung ernsthaft gefährden", hieß es in der vor einem Treffen des Rates zum Nahen Osten veröffentlichten Erklärung. "Wir fordern die israelischen Behörden deshalb auf, ihre Entscheidung zu überdenken, Khan al-Ahmar abzureißen."

Das Oberste Gericht Israels hatte Anfang September endgültig grünes Licht für den Abriss des Beduinendorfes gegeben. Khan al-Ahmar, das östlich von Jerusalem in der Nähe israelischer Siedlungen liegt, hat rund 200 Einwohner. Die meisten von ihnen leben in ärmlichen Unterkünften aus Wellblech und Holz. Israels Behörden wollen das Dorf schon seit Jahren abreißen lassen, weil es ohne Genehmigung errichtet worden sei.

Mehrere europäische Länder, die UNO und Nichtregierungsorganisationen hatten zuletzt bereits an Israel appelliert, das Dorf nicht abzureißen. Das Dorf liegt in strategisch bedeutender Lage nahe jüdischer Siedlungen an einer Straße zum Toten Meer. Der Siedlungsbau Israels in der Region wird als Hindernis für einen zusammenhängenden zukünftigen Palästinenserstaat gesehen.