Pope Francis gives the thumbs up during the weekly audience in Saint Peter's Square at the Vatican June 12, 2013. REUTERS/Tony Gentile (VATICAN - Tags: RELIGION)

© Reuters/TONY GENTILE

Weltjugendtreffen
07/17/2013

Steirer erwarten den Papst in Rio

Massen-Event mit bis zu drei Millionen Menschen, darunter 550 Österreicher.

von Walter Friedl

Sydney 2008, Madrid 2011 und jetzt Rio de JaneiroMartina Schöngrundner ist so etwas wie eine Veteranin, was Weltjugendtage anbelangt. Schon zum dritten Mal ist die 26-Jährige zu einem dieser katholischen Mega-Events angereist, der am 23. Juli unter dem Zuckerhut und der Christusstatue (Corcovado) beginnt und erstmals von Papst Franziskus geleitet wird. „Diesmal werden wohl alle Grenzen gesprengt. Ich freue mich schon so auf die Vorabendmesse am Samstag in einer Woche – da werden zwei bis drei Millionen Jugendliche in Stille und Gebet vereint sein. Das werden sicher ganz intensive Gemeinschaftsmomente“, sagt Schöngrundner, die in der Marketing-Abteilung der Rogner-Therme Blumau arbeitet, im KURIER-Telefonat.

Seit 7. Juli ist sie schon mit insgesamt 120 Freundinnen und Freunden der Katholischen Jugend Steiermark in Brasilien, womit die Grüne Mark das Hauptkontingent der rund 550 Pilger aus Österreich, darunter auch Kardinal Christoph Schönborn, darstellt. „Wir verbinden das Ganze mit einer Rundreise durch das Land. Gegenwärtig sind wir in Salvador, wo wir am Dienstag einen Besinnungstag unter dem Motto „Freude am Glauben“ abgehalten haben“, erläutert die Leiterin der steirischen Delegation, Tamara Strohmayer. In Recife wird die Gruppe ein Projekt für junge Frauen in einem Favela (Slum) besuchen, „denn Armut ist in dem lateinamerikanischen Land noch immer weit verbreitet“, so Strohmayer.

2500 Euro für den Trip

Billig ist der Trip für die Österreicher nicht. „In Summe werden es schon 2500 Euro werden“, sagt der Radiologietechniker am LKH Feldbach, Michael Paierl, „aber dafür lernt man ein neues Land kennen und bei den Veranstaltungen in Rio dann Jugendliche aus aller Welt, dieses Gemeinschaftsgefühl ist unbezahlbar“, betont der 24-Jährige, der das gesamte Vorjahr gespart hat und als „Novize“ erstmals an einem Weltjugendtag teilnimmt.
Dieser „soll zu einem Zeichen des Glaubens für die Welt werden, die Jugend muss der Welt zeigen, dass es schön ist, Jesus und die Freude in die Welt zu bringen“, hatte Papst Franziskus schon im Vorfeld die Richtung angegeben. Der Brasilien-Trip ist die erste Auslandsreise des Oberhauptes der katholischen Kirche. Insider gehen davon aus, dass er klare Aussagen im Sinne einer Kirche der Armen machen und seine Nähe zu den Bedürftigen und Ausgegrenzten hervorheben wird – dazu passend steht ein Favela-Besuch auf dem Programm.

Großdemo

In dem Land, in dem weltweit die meisten Katholiken leben (123 der 195 Millionen Brasilianer bekennen sich zum katholischen Glauben), wird dem Pontifex aber nicht nur Begeisterung entgegenschlagen. Am 21. Juli könnte es in Rio zu einer Großdemonstration gegen die hohen Kosten des Weltjugendtages (rund 42 Millionen Euro) kommen. Bis zu eine Million Menschen könnte daran teilnehmen.

Der Twitter-Papst mit Mission

Eigentlich ist der Vatikan ein „Twitter-Novize“. Das entsprechende Konto @pontifex wurde erst vor gut einem halben Jahr eingerichtet, und der zurückgetretene Papst Benedikt XVI. twitterte eher zaghaft und selten. Nicht so aber sein Nachfolger: Fast täglich setzt Franziskus Kurznachrichten ab, beziehungsweise lässt wohl andere für ihn „zwitschern“, in manchen Fällen sogar mehrmals pro Tag. Meist geht es um „geistliche Impulse“.

Franziskus richtet sich via Twitter in neun Sprachen an die Welt. Am meisten Follower hat er auf Spanisch (2,8 Mio.) und auf Englisch (2,7 Mio.). Auf Deutsch folgen dem Pontifex lediglich 118.000 Menschen. Das sind noch weniger als auf Latein, der klassischen Kirchensprache des Westens (125.000).

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