Politik | Ausland
29.08.2018

Vor syrischer Offensive auf Idlib: Türkei verstärkt Truppen

Spezialkräfte an der Grenze sollen neue Flüchtlingsbewegungen blockieren.

Die türkische Armee hat Menschenrechtsbeobachtern zufolge weiteres militärisches Gerät und bewaffnete Fahrzeuge in den Nordwesten Syriens verlegt.

Vor einer offenbar geplanten Offensive der syrischen Regierung auf die Rebellenhochburg Idlib nahe der türkischen Grenze sei ein Teil der Lieferungen zu einem Posten im Osten von Idlib gebracht worden, ein anderer Teil in den Norden der Provinz Hama, hieß es am Mittwochmorgen in einer Stellungnahme der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Die Fahrzeuge hätten auch Soldaten transportiert. Die Zahl der Soldaten an den Posten sei verstärkt worden. Außerdem hätten Lastwagen Zementblöcke und Betonwände gebracht.

Die türkische staatliche Nachrichtenagentur Anadolu hatte am Dienstag nur von Truppenverstärkungen auf der türkischen Seite der Grenze zu Syrien berichtet. Ins Detail ging der Videobericht nicht. Die Zeitung "Sözcü" berichtete am Mittwoch, dass Spezialkräfte an die Grenze verlegt worden seien, um neue Flüchtlingsbewegungen zu blockieren.

Die Türkei versucht mit einer Vielzahl diplomatischer Initiativen seit Wochen, den syrischen Angriff auf Idlib zu verhindern, unter anderem wegen der zu erwartenden zivilen Opfer und möglicher weiterer Flüchtlingsströme Richtung Türkei. Die Türkei beherbergt bereits rund 3,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Am 7. September soll es im Iran einen weiteren Dreiergipfel zwischen der Türkei, dem Iran und Russland geben. Russland gilt als Schutzmacht von Syrien.

Auch UN-Generalsekretär Antonio Guterres hatte in der Nacht auf Mittwoch gewarnt, dass die Offensive auf Idlib katastrophale Folgen für Zivilisten haben würde.