Politik | Ausland
21.12.2018

USA wollen zweiten Gipfel mit Nordkorea zu Atomverhandlungen

Washington stellt Lockerungen bei Reisebeschränkungen in Aussicht, um Pjöngjang an den Verhandlungstisch zu holen.

Trotz wachsender Kritik Nordkoreas an ihrer Sanktionspolitik streben die USA ein zweites Gipfeltreffen zwischen beiden Ländern möglichst bald nach dem Neujahrstag an. Noch werde daran gearbeitet, dass Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un seine Zusage zur atomaren Abrüstung erfülle, sagte US-Außenminister Mike Pompeo in einem Interview des Radiosenders KNSS in Kansas am Donnerstag (Ortszeit).

"Wir hoffen, dass Präsident (Donald) Trump und der Vorsitzende Kim im neuen Jahr nicht lange nach dem Ersten zusammenkommen und weitere Fortschritte dabei erzielt werden, diese Bedrohung der USA von uns zu nehmen", sagte Pompeo in Anspielung auf das Atomwaffen- und Raketenarsenal Nordkoreas.

Trump traf Kim im Juni 2018

Bei seinem historischen Gipfeltreffen mit Trump im Juni in Singapur hatte Kim seine Absicht zur "Denuklearisierung" bekräftigt. Es gab jedoch bisher keine konkreten Zusagen, bis wann abgerüstet werden soll, und wie die Gegenleistungen Washingtons aussehen könnten.

Unterdessen deutete der US-Sonderbeauftragte für Nordkorea, Stephen Biegun, bei einem Besuch in Seoul am Freitag an, welche Anreize die USA bieten könnten, um Pjöngjang an den Verhandlungstisch zu holen. Zum einen stellte Biegun eine Lockerung bei den Reisebeschränkungen für Nordkorea in Aussicht, so dass die humanitäre Hilfe für das Land beschleunigt werden könnte.

Zum anderen billigen die USA nach Angaben von Biegun ein Projekt Süd- und Nordkoreas zur gemeinsamen Suche nach sterblichen Überresten von Soldaten des Korea-Kriegs (1950-53). Auch habe Biegun die Hilfe der USA für die geplante Lieferung des Wirkstoffs Tamiflu zur Grippe-Vorbeugung nach Nordkorea zugesagt, sagte der südkoreanische Sonderbeauftragte für den Frieden auf der koreanischen Halbinsel, Lee Do-hoon, vor Journalisten.

Bilaterale Arbeitsgruppe zum Atomstreit

Biegun war in Südkorea, um das Vorgehen im Atomstreit mit Nordkorea zu koordinieren. In Seoul kam dazu zum zweiten Mal nach ihrer Gründung im November eine bilaterale Arbeitsgruppe zusammen. Die US-Regierung ist Biegun zufolge zuversichtlich, die Verhandlungen mit Pjöngjang fortsetzen zu können. "Wir sind sehr daran interessiert, uns auf die nächste Stufe der Diskussionen mit unseren nordkoreanischen Partnern zu stellen", sagte er nach Berichten südkoreanischer Sender.

Die Diskussionen mit Nordkorea waren zuletzt ins Stocken geraten. Nordkorea wirft Washington vor, das Land durch Sanktionen und Druck zur Aufgabe seiner Atomwaffen zwingen zu wollen. Biegun betonte, dass die USA an den eigenen Sanktionen sowie den UNO-Sanktionen festhalten wollten, bis Nordkorea konkrete Abrüstungsschritte unternimmt.

Washington und die UNO haben ein striktes Sanktionsregime gegen Nordkorea aufgebaut. Es ist Teil der Nordkorea-Politik des US-Präsidenten. Trotzdem hatte Trump immer wieder von Fortschritten im Konflikt sowie von einer guten Beziehung zu Kim Jong-un gesprochen.