┬ę EPA/SERGEI ILNITSKY

Politik Ausland
05/02/2022

USA: Russland will Donezk und Luhansk annektieren

Moskau plant US-Angaben zufolge schon Mitte Mai Referenden in den beiden "Volksrepubliken".

Russland will nach Einsch├Ątzung der USA in K├╝rze die selbsternannten "Volksrepubliken" Donezk und Luhansk im Osten der Ukraine annektieren. Russland wolle vermutlich Mitte Mai manipulierte Referenden ├╝ber einen Anschluss der beiden Separatisten-Regionen im Donbass abhalten, sagte der US-Botschafter bei der Organisation f├╝r Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, Michael Carpenter, am Montag.

Ein ├Ąhnliches Vorgehen sei in der inzwischen von Russland kontrollierten s├╝dukrainischen Region Cherson geplant, wo Moskau bereits die Nutzung des Rubel als W├Ąhrung durchsetzen will. Carpenter betonte, solche gef├Ąlschten Referenden w├╝rden "nicht als legitim angesehen" - so wie bereits das Referendum zur Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim im Jahr 2014.

"Sehr glaubw├╝rdig"

Mit Blick auf die Verl├Ąsslichkeit der US-Geheimdienstinformationen ├╝ber Russlands Pl├Ąne sagte der Botschafter, er stufe sie als "sehr glaubw├╝rdig" ein. "Leider hatten wir beim Offenlegen der n├Ąchsten Schritte (Russlands) mehr Recht als Unrecht." Die USA hatten schon Wochen vor Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eindringlich vor der Gefahr eines Einmarschs der russischen Streitkr├Ąfte im Nachbarland gewarnt. Washington war damit bei westlichen Verb├╝ndeten auf Skepsis gesto├čen.

Der russische Pr├Ąsident Wladimir Putin hatte am 21. Februar die Anerkennung der beiden Separatisten-Republiken Luhansk und Donezk durch Russland verk├╝ndet. Drei Tage sp├Ąter, am 24. Februar, begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Nachdem der Versuch scheiterte, die Regierung in Kiew zu st├╝rzen, konzentriert sich die russische Armee auf den S├╝den und Osten der Ukraine.

Vergangene Woche besuchte nach Angaben eines Vertreters des US-Verteidigungsministeriums der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow den Donbass. Er habe sich dort "mehrere Tage" lang aufgehalten, sei inzwischen aber vermutlich zur├╝ck in Russland. Berichte, wonach Gerassimow durch einen ukrainischen Angriff verletzt wurde, konnte der Pentagon-Vertreter nicht best├Ątigen.

Zuvor hatte es in Berichten unter Berufung auf ukrainische Vertreter gehei├čen, die ukrainische Armee habe eine russische Kommandozentrale in der Stadt Isjum s├╝dlich von Charkiw bombardiert. Gerassimow habe dort russische Kommandeure getroffen. Er hatte den Ort zum Zeitpunkt des ukrainischen Angriffs aber anscheinend bereits wieder verlassen.

Der Pentagon-Vertreter sagte am Montag, Russland mache im Donbass nur "minimale" Fortschritte. So w├╝rden russische Soldaten einzelne D├Ârfer einnehmen, die Kontrolle dann aber wieder an die ukrainische Armee verlieren.

Jederzeit und ├╝berall top-informiert

Uneingeschr├Ąnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare