Präsident Obama stellt sich mit seinen Aussagen gegen die Sicherheitsbranche

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USA - Iran
11/07/2014

IS-Terror: Obama schrieb Brief an Khamenei

Grund soll "gemeinsames Interesse" sein. Obama braucht zudem vom Kongress 3,2 Mrd Dollar für Angriffe.

von Walter Friedl

Sollte die Meldung stimmen, wäre sie eine politische Bombe: Laut der amerikanischen Zeitung Wall Street Journal hat US-Präsident Barack Obama dem geistlichen Oberhaupt des Iran, Ayatollah Khamenei, im Vormonat einen Brief bezüglich des Kampfes gegen die Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) geschrieben. Darin weist der Chef des Weißen Hauses angeblich auf gemeinsame Interessen hin.

Tatsächlich stehen die sunnitischen Extremisten des IS in Frontstellung gegen die Schiiten, die in Teheran und Bagdad am Ruder sind. Schiitische Milizen bekämpfen den IS im Irak. Und in Syrien, wo der IS mindestens ein Drittel des Landes kontrolliert, kämpfen iranische „Revolutionsgardisten“ auf der Seite des Assad-Regimes gegen den IS.

Dass allerdings ein Brief aus der Chef-Schaltstelle Washingtons in Teheran einlangt, in der Hauptstadt eines Landes, mit dem sich die USA seit fast vier Jahrzehnten gleichsam im Kalten Krieg befinden, wäre sehr bemerkenswert. Zwar telefonierten Obama und der iranische Präsident Hassan Rohani schon ein Mal, aber ein direkter Kontakt mit dem mächtigsten politischen und religiösen Führer würde nochmals eine neue Dimension darstellen.

Und dies vor dem Hintergrund, dass der Westen mit dem Iran seit Monaten über dessen Atomprogramm verhandelt – bisher ergebnislos.

Obama braucht 3,2 Milliarden Dollar zusätzlich für Angriffe

Obama will außerdem den Kongress um weitere 3,2 Milliarden Dollar (2,56 Mrd. Euro) zur Finanzierung der Luftangriffe auf die Dschihadistenmiliz bitten. Das Geld solle die Kosten für die benötigten Bomben und Raketen decken und für die Ausbildung und Bewaffnung der irakischen Armee genutzt werden, sagten zwei Vertreter des US-Verteidigungsministeriums am Donnerstag.

Laut dem Pentagon kostet der Einsatz gegen die Dschihadisten in Syrien und im Irak, bei dem in den vergangenen Wochen hunderte Luftangriffe geflogen wurden, täglich 8,3 Millionen Dollar. Unabhängige Analytiker sagen jedoch, dass die wahren Kosten höher liegen, wenn auch jene für die zahlreichen Aufklärungsflüge miteinbezogen werden.

Das nun beantragte Geld soll auch die Kosten für die rund 600 US-Militärberater decken, die mit irakischen und kurdischen Truppen in Bagdad und Arbil (Erbil) arbeiten, sowie für die rund 800 US-Soldaten, die zum Schutz der Botschaft und des Flughafens in der irakischen Hauptstadt stationiert sind. Obama kündigte am Mittwoch auch an, dass er den Kongress erneut um Zustimmung zu seinem Kurs im Irak und in Syrien bitten werde.

Syrische Armee erobert Gasfeld zurück

Die syrische Regierungsarmee hat am Donnerstag offenbar das Shaar-Gasfeld in der Provinz Homs aus der Gewalt der IS zurückerobert. Die Extremisten, die Teile des umkämpften Areals seit einer Woche kontrollierten, zogen sich nach Gefechten mit den Streitkräften und regierungstreuen Milizen zurück, wie das syrische Staatsfernsehen unter Berufung auf Armeekreise berichtete. Die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte die Angaben.

Bei der Offensive zur Eroberung des Feldes in der vergangenen Woche waren mindestens 30 syrische Soldaten und mit ihnen verbündete Kämpfer getötet worden. Die Kontrolle über die Gasvorkommen hatte in den vergangenen Monaten mehrfach gewechselt. Bei einem Vorstoß der IS-Miliz im Juli wurden mindestens 270 Menschen getötet.

Die Dschihadistenorganisation kontrolliert weite Gebiete im Nordirak und in Syrien. Bei ihrem Vormarsch eroberten die Islamisten auch zahlreiche Öl- und Erdgasanlagen. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Rohstoffe zählen zu den wichtigsten Finanzierungsquellen der Extremisten. Bereits am Mittwoch war es den syrischen Regierungstruppen in der Provinz Homs gelungen, zwei von den IS-Kämpfern besetzte Gasfelder sowie ein Gasunternehmen wieder unter ihre Kontrolle zu bringen.

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