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Politik Ausland
12/14/2020

USA: Diskussion um Doktortitel der neuen First Lady Jill Biden

Ein Kolumnist forderte die promovierte Erziehungswissenschaftlerin auf, ihren Titel künftig wegzulassen. Das hätte er besser nicht getan.

In den USA ist eine Debatte über den Doktortitel der künftigen First Lady - einer promovierten Erziehungswissenschaftlerin - entbrannt. Kolumnist Joseph Epstein hatte am Wochenende im Wall Street Journal gefordert, dass Jill Biden ihren rechtmäßig erhaltenen Doktortitel nicht mehr verwenden sollte, da er suggeriere, sie sei Ärztin.

Die Kritik folgte auf dem Fuß - und war massiv: Führende Demokraten wiesen Epsteins Aufforderung als sexistisch zurück, auch die frühere US-Außenministerin und Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton sprang Jill Biden bei. "Ihr Name ist Dr. Jill Biden. Gewöhnen Sie sich daran", twitterte sie. 

Und wie reagierte das Wall Street Journal? Es stellte die Kritik in einem weiteren Kommentar vom Montag als "übertrieben" dar.

Der Kolumnist Joseph Epstein hatte am Samstag in seinem Kommentar geschrieben: "Ein kleiner Ratschlag zu einer scheinbar kleinen, aber meiner Meinung nach nicht unwichtigen Angelegenheit. Besteht die Möglichkeit, dass Sie das 'Dr.' vor Ihrem Namen weglassen?" Nur Ärzte sollten solch einen Titel tragen, so Epstein. Über ihre Doktorarbeit schrieb Epstein außerdem, der Titel sei "nicht vielversprechend". "Denken Sie darüber nach, Dr. Jill, und lassen Sie das 'Doc.' umgehend fallen."

Dies sei ein "widerlicher und sexistischer" Angriff, schrieb Jill Bidens Sprecher Michael LaRosa auf Twitter. Der Ehemann der künftigen Vizepräsidentin Kamala Harris, Douglas Emhoff, sagte, Biden habe sich ihre Abschlüsse durch harte Arbeit verdient. "Diese Geschichte wäre nie über einen Mann geschrieben worden", fügte er hinzu.

Auch die Northwestern University, an der Epstein früher lehrte, distanzierte sich von den Äußerungen und nannte sie "frauenfeindlich". Aus Solidarität mit Jill Biden nahmen zahlreiche Twitter-Nutzerinnen ihre akademischen Titel in ihre Usernamen auf. 

Jill Biden hatte in der Vergangenheit mehrmals gesagt, sie wolle ihre Lehrtätigkeit auch als First Lady nicht aufgeben. Sie wolle dazu beitragen, den Lehrerberuf aufzuwerten. Biden hatte im Jahr 2007 ihren Doktortitel in Pädagogik an der Universität von Delaware erworben, heißt es in ihrer offiziellen Biografie, in der sie "Dr. Jill Biden" genannt wird, ebenso wie in ihrem Twitter-Account.

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