© REUTERS/Tom Brenner

Politik Ausland
07/02/2020

Trump ist plötzlich doch für Masken - weil er sich wie "Lone Ranger" damit fühlt

Bislang weigerte sich der US-Präsident beharrlich, eine Maske zum Schutz vor dem Coronavirus zu tragen. Jetzt spricht er sich doch fürs Tragen aus – möglicherweise wegen der Rekord-Infektionszahlen.

Bislang hat man ihn nie mit einer Maske gesehen, und auf Nachfrage sagte er immer nur: Maske, nein, ich trage sicherlich keine. Manch Maskenträger unterstellte er sogar, sie würden den Mund-Nasen-Schutz nur tragen, um ein politisches Statement gegen ihn zu setzen. Und selbst als in den öffentlichen Bereichen des Weißen Hauses eine Maskenpflicht erlassen wurde, sagte er nur: "Ich komme niemandem so nahe."

Jetzt hat sich bei US-Präsident Donald Trump aber offenbar ein Sinneswandel vollzogen. Im Interview mit Fox News, seinem Haus-und-Hof-Sender, sprach er plötzlich davon, "ganz für Masken" zu sein. Natürlich wurde auch er eine tragen, wenn er auf engem Raum mit anderen zusammen sei, sagte er dazu - "auf jeden Fall". Und natürlich habe er "kein Problem" damit, in der Öffentlichkeit einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.

Masken-Vorbild

Was ist da passiert?

Die Begründung, die Trump lieferte, ist mindestens so kurios wie seine Kehrtwende: Er gefiel sich nämlich selbst mit Maske. "Ich hatte sogar eine Maske auf und mochte irgendwie, wie ich ausgesehen habe. Es war eine dunkle, schwarze Maske und ich fand, es sah in Ordnung aus." Er habe ausgesehen wie "Lone Ranger", eine Western-Figur. "Lone Ranger" trägt die Maske allerdings auf den Augen.

Höchster Anstieg

In Wahrheit dürfte Trumps Stimmungsschwenk wohl auch damit zu tun haben, dass in den USA die Fallzahlen massiv steigen- Mehr als 52.000 neue Fälle wurden über Nacht gezählt – das ist die höchste Zahl seit dem Ausbruch in den USA. Auch Trumps oberster Berater in Sachen Corona, der Immunologe Anthony Fauci, gab sich zuletzt sehr düster. Er rechnet mit einem Anstieg der täglichen Infektionen auf mehr als 100.000, sagte er. Insgesamt sind in den Vereinigten Staaten mittlerweile beinahe 2,7 Millionen Menschen an Covid-19 erkrankt.

Dass die Maske darum zur Pflicht erhoben wird, kommt für Trump aber dennoch nicht infrage. Es gebe in den USA "viele Orte", an denen die Menschen weit voneinander entfernt lebten, sagte er. "Wenn die Leute sich gut damit fühlen, sollen sie eine Maske tragen." Ohnehin glaube er, dass das Virus "irgendwann von allein verschwinden wird". Immerhin – diese Aussage kennt man von ihm.

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