Donald Trump

© APA/AFP/DOMINICK REUTER

US-Wahlkampf
10/22/2016

Trump greift erstmals Michelle Obama an

Der Republikaner wirft der First Lady eine widersprüchliche Haltung zur demokratischen Präsidentschaftskandidatin Clinton vor.

Bislang hatten ihm seine Wahlkampfstrategen wohl davon abgeraten, jetzt wurde auch diese scheinbare Regel gebrochen. Ob strategisch gewollt oder aus einem emotionalen Moment heraus lässt sich beim Präsidentschaftskandidaten Donald Trump allerdings schwer einschätzen.

Aktuelles Ziel seiner Angriffe ist erstmals die Ehefrau von Präsident Barack Obama. Bei einem Auftritt in Fletcher im Bundesstaat North Carolina kritisierte der Republikaner die in der Bevölkerung überaus beliebte Michelle Obama dafür, dass sie sich für seine Rivalin Hillary Clinton engagiert.

Trump regt sich über Aussage von 2008 auf

Die First Lady wolle "nichts Anderes machen als Wahlkampf", sagte Trump. Er warf der Präsidentengattin eine widersprüchliche Haltung zu seiner Kontrahentin im Rennen um das Weiße Haus vor. Michelle Obama habe einmal gesagt, dass jemand, der nicht auf sein eigenes Zuhause aufpassen könne, auch nicht auf das Weiße Haus oder das Land aufpassen könnte. Darüber werde aber nicht mehr geredet.

Der Immobilienmogul spielte mit diesen Äußerungen offenbar auf die früheren außerehelichen Eskapaden von Clintons Ehemann, Ex-Präsident Bill Clinton, an.

"Aus meiner Sicht kannst Du, wenn Du Dein eigenes Haus nicht in Ordnung halten kannst, sicherlich nicht das Weiße Haus in Ordnung halten."

Michelle Obama hatte tatsächlich im Jahr 2008, als ihr Mann gegen Hillary Clinton um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten konkurrierte, bei einem Wahlkampfauftritt vor Frauen gesagt: "Aus meiner Sicht kannst Du, wenn Du Dein eigenes Haus nicht in Ordnung halten kannst, sicherlich nicht das Weiße Haus in Ordnung halten."

First Lady griff Trump zuvor hart an

In den vergangenen Monaten engagierte sich Michelle Obama allerdings stark im Wahlkampf für Clinton. Sie war eine der Hauptrednerinnen beim Parteitag im Juli in Philadelphia, bei dem die Ex-Außenministerin zur Präsidentschaftskandidatin gekürt wurde, undgriff Trump in der vergangenen Woche hart wegen dessen sexistischer Sprüche an.

Am Donnerstag reiste die First Lady dann zur Unterstützung der Clinton-Kandidatur nach Arizona. Der Staat im Südwesten ist eine traditionelle Bastion der Republikaner, die Demokratin hat dort aber laut Umfragen gute Chancen auf den Wahlsieg.

Das Weiße Haus kommentierte Trumps Attacke auf die Präsidentengattin mit Spott: Er könne sich "kein kühneres Mittel" des republikanischen Kandidaten zur weiteren Schmälerung seines Rufs vorstellen, als die First Lady anzugehen, sagte Sprecher Eric Schultz.

Trump holt in Umfrage auf

Donald Trump hat einer Umfrage zufolge den Rückstand zu seiner demokratischen Kontrahentin Hillary Clinton in der vergangenen Woche verringern können. In der am Freitag veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters und des Meinungsforschungsinstituts Ipsos kommt Trump auf 40 Prozent der Stimmen, Clinton auf 44 Prozent.

In der Vorwoche hatte der Abstand noch sieben Punkte betragen. Damit liegt Trump wieder bei den Werten, die er vor der Veröffentlichung eines Videos mit frauenfeindlichen Äußerungen erzielte. Für Aufsehen sorgte Trump zuletzt auch mit Vorwürfen des Wahlbetrugs. Befragt wurden zwischen dem 14. Und 20. Oktober 1640 Amerikaner.

Nach einer Auswertung der jüngsten Meinungsumfragen durch das Online-Portal RealClearPolitics liegt Clinton durchschnittlich 6,2 Prozentpunkte vor Trump.

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