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USA
10/13/2016

Michelle Obama: "Trumps Kommentare sind schockierend und erniedrigend"

Michelle Obama griff den republikanischen Kandidaten hart an. Trumps Kommentare seien "ein Affront gegen alle Frauen, Eltern, Bürger der vereinigten Staaten".

Durch eine Welle neuer Enthüllungen über angebliche sexuelle Übergriffe ist der US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump in höchste Bedrängnis geraten. Mehrere US-Medien berichteten am Mittwoch (Ortszeit) über Vorwürfe von sechs Frauen, die den Republikaner unabhängig voneinander beschuldigen, sie sexuell belästigt zu haben. Das Trump-Team wies die Berichte als frei erfunden und versuchten "Rufmord" zurück. Die frühere Geschäftsfrau Jessica Leeds berichtete der "New York Times", Trump habe sie Anfang der 80er Jahre während eines Fluges betatscht, als sie zufällig neben ihm in der ersten Klasse gesessen habe. Nach dem Abflug habe der Geschäftsmann ihr an die Brüste gefasst und versucht, ihr unter den Rock zu greifen. Trump sei "wie eine Krake" gewesen, sagte die heute 74-Jährige: "Seine Hände waren überall." Sie sei daraufhin auf einen anderen Platz im hinteren Teil der Kabine geflüchtet.

"Totale Erfindung"

Die 36-jährige Mindy McGillivray schilderte der "Palm Beach Post", Trump habe ihr 2003 in seinem Mar-a-Lago-Resort so plötzlich an den Hintern gefasst, dass sie vor Schreck zusammengezuckt sei. Das Magazin "People" wiederum veröffentlichte den Bericht einer Journalistin, die nach eigenen Worten 2005 bei einem Interview von Trump belästigt wurde. Als sie allein mit ihm in einem Zimmer gewesen sei, "drängte er mich an die Wand und presste seine Zunge in meinen Hals", schrieb Natasha Stoynoff. Auch zwei ehemalige Schönheitsköniginnen warfen dem früheren Chef der Miss-Universe-Organisation vor, sie am Rande von Miss-Wahlen ungefragt geküsst und betatscht zu haben. Eine Frau, die früher für eine Immobilienfirma im New Yorker Trump Tower arbeitete, berichtete der "New York Times", sie sei dort gegen ihren Willen von Trump während einer Zufallsbegegnung vor einem Fahrstuhl geküsst worden. Trump reagierte wütend auf die neuen Enthüllungen. Er kündigte an, die "New York Times" zu verklagen. Deren Artikel sei eine "totale Erfindung", schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Der Präsidentschaftskandidat war bereits zuvor durch ein Video von 2005 massiv unter Druck geraten, in dem er damit prahlt, sich wegen seiner Berühmtheit bei Frauen alles erlauben zu können. Trump beteuerte nach Veröffentlichung des Videos, es habe sich um bloße Worte und nicht die Beschreibung wirklicher Taten gehandelt. Eine Sprecherin seiner Kontrahentin Hillary Clinton bezeichnete die neuen Enthüllungen nun als Beleg dafür, dass Trumps Prahlereien "mehr als nur Worte" seien.

Michelle Obama greift an

First Lady Michelle Obama griff den republikanischen Kandidaten derweil hart an. "Dies ist nicht, wie sich anständige Menschen benehmen, und dies ist bestimmt nicht, wie sich jemand benimmt, der Präsident der Vereinigten Staaten werden will", sagte sie bei einem Wahlkampfauftritt in New Hampshire. "Das hat mich bis ins Innerste erschüttert", sagte Obama, "auf eine Art und Weise, wie ich es mir nicht hätte vorstellen können." Trumps Kommentare seien "schockierend und erniedrigend", ein Affront gegen alle "Frauen, Eltern, Bürger der vereinigten Staaten".

Trumps Umfragewerte waren nach der Veröffentlichung des Skandal-Videos abgesackt. In den als wahlentscheidend geltenden Bundesstaaten liegt er hinter Clinton zurück. Ein Vertreter der Trump-Kampagne wies allerdings Berichte zurück, dass der Kandidat den wichtigen Staat Virginia bereits aufgegeben habe. Trump habe Wahlkampfressourcen nur vorübergehend nach North Carolina verlagert, sagte John Fredericks, Trumps Kampagnenchef in Virginia, der "Washington Post". Clinton rechnet sich derweil demselben Blatt zufolge Chancen aus, traditionell republikanische Staaten wie Arizona, Georgia und Utah erobern zu können. Das Kampagnenteam prüfe, ob der Wahlkampf auf diese Staaten ausgeweitet werden solle, sagte Clintons Sprecherin.

Die "Washington Post" gab unterdessen eine Wahlempfehlung für Clinton ab, da sie eine "hervorragende Präsidentin" werden könne. Das Blatt betonte, seine Empfehlung spreche es nicht nur deshalb aus, weil Clintons Rivale "furchtbar" sei. Andere führende US-Zeitungen hatten sich bereits zuvor hinter die Demokratin gestellt.

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