Politik | Ausland
06.07.2018

UNHCR: "Libyens Küstenwache genügt nicht zur Migrantenrettung"

"Rolle der NGOs im Mittelmeer ist von wesentlicher Bedeutung". Lebensbedingungen in libyschen Haftzentren laut UNHCR unerträglich.

Die libysche Küstenwache genügt nicht, um alle Migranten im Mittelmeer zu retten. Daher sei die Rolle der Hilfsorganisationen bei der Rettung von Flüchtlingen in Seenot von wesentlicher Bedeutung, sagte der Vertreter des Flüchtlingshilfshochkommissariats der Vereinten Nationen ( UNHCR) in Libyen, Roberto Mignone, am Freitag in Rom.

"Es ist wichtig, dass im Mittelmeer weiterhin NGOs im Einsatz sind, die Flüchtlinge retten können", sagte Mignone. Er warnte, dass die von der libyschen Küstenwache geretteten Migranten in Haftzentren in Libyen gebracht werden, in denen die Lebensbedingungen unerträglich seien.

"Jedem Schiff mit der Fähigkeit zu Rettungseinsätzen sollte die Gelegenheit geboten werden, in dem nächsten sicheren Hafen zu landen. Libyen ist derzeit kein sicherer Landehafen. Die libysche Küstenwache kann nicht alle Migranten retten", sagte Mignone.

Italiens neue Regierung hat in den vergangenen Wochen Hilfsschiffe mit Flüchtlingen abgewiesen. Innenminister Matteo Salvini wirft den im Mittelmeer kreuzenden Schiffen von Hilfsorganisationen vor, Schlepper dabei zu unterstützen, Flüchtlinge nach Europa zu bringen. Er hat den NGO-Schiffen verboten, in italienischen Häfen zu landen.