Neunköpfige Familie getötet: Russische Soldaten festgenommen
Wolnowacha wurde nach dem Einmarsch der Russen heftig beschossen. Die Stadt mit ursprünglich 22.00 Einwohnern gilt nun als zerstört.
In dem von Russland kontrollierten Teil der Ostukraine sind nach Angaben der Behörden zwei russische Soldaten festgenommen worden, die im Verdacht stehen, eine neunköpfige Familie getötet zu haben.
In der Erklärung der russischen Ermittler heißt es, die Soldaten stammten aus einer Region im Osten Russlands und der Grund für die Morde scheine eine Art persönlicher Konflikt zu sein.
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Zwei Kinder unter den Opfern
Die Morde ereigneten sich den Angaben zufolge in Wolnowacha, einer Industriestadt zwischen Donezk und Melitopol. Russische Medien berichteten, die Täter hätten Maschinengewehre mit Schalldämpfern benutzt, um die Familie nachts zu töten.
Unter den Opfern sollen auch zwei Kinder sein. Die ukrainische Staatsanwaltschaft teilt mit, dass sie ebenfalls Ermittlungen aufgenommen habe.
Moskau am Dnipro unter Druck
Die russischen Invasionstruppen in der Ukraine sind nach Einschätzung britischer Geheimdienstexperten in der südlichen Region Cherson am Fluss Dnipro verstärkt unter Druck geraten. Das geht aus dem täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London am Dienstag hervor.
Demnach hat der Vizekommandant der russischen Truppen in der Ukraine, Generaloberst Michail Teplinski, die Führung der Gruppe am Fluss Dnipro persönlich übernommen.
Teplinski habe den relativ erfolgreichen Rückzug der Russen im November 2022 ans Ostufer des Dnipro verantwortet und genieße hohes Ansehen bei russischen Generälen. Es sei dort in den vergangenen Wochen zu intensivierten Kämpfen gekommen durch ukrainische Versuche, den Russen die Kontrolle zu entreißen, hieß es Mitteilung weiter. "Teplinskis Berufung ist wahrscheinlich ein Hinweis auf den erhöhten Druck auf russische Truppen, die das Gebiet verteidigen".
Ukrainische Angriffe über den Dnipro abzuwehren und das Halten von besetztem Gebiet habe weiterhin eine hohe Priorität für die russischen Streitkräfte, geht aus dem Bericht weiter hervor.
Russischer Oligarch in Frankreich festgenommen
Der russische Oligarch Alexej Kusmitschew ist in Frankreich wegen mutmaßlicher Steuerhinterziehung und Geldwäsche sowie des Verstoßes gegen internationale Sanktionen festgenommen worden. Dies teilt die französische Finanzstaatsanwaltschaft mit.
Am Montag seien im Rahmen der Ermittlungen Kusmitschews Wohnung in Paris und in der Mittelmeerregion Var durchsucht worden, erklärte die Behörde weiter und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung Le Monde.
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Eine Anklage wurde bisher nicht erhoben. Kusmitschews Anwalt war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen. Kusmitschew war einst Großaktionär der russischen Alfa Bank. Die Europäische Union hat ihn wegen seiner engen Beziehungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin auf ihre Sanktionsliste gesetzt.
Im Zuge dessen hatte der französische Zoll im vergangenen Jahr die Großyacht "La Petite Ourse" des Oligarchen beschlagnahmt. Dies führte zu einem Rechtsstreit zwischen den Behörden und Kusmitschew.
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