Voller Einsatz: Trump-Sprecherin Stephanie Grisham

© AP/Jacquelyn Martin

Politik Ausland
07/01/2019

Trumps Sprecherin legt sich mit Nordkoreanern an

Die neue Präsidentensprecherin boxte Trump beim Treffen mit Kim Jong-un buchstäblich durch - und erntet dafür Medienlob.

von Konrad Kramar

Der US-Sender CNN und das Weiße Haus von US-Präsident Donald Trump sparen üblicherweise nicht mit Kritik aneinander - doch nun gab es von CNN Lob für Trumps neue Sprecherin Stephanie Grisham: Mit körperlichem Einsatz machte Grisham US-Reportern im Begleittross des Präsidenten am Samstag den Weg zum Auftakt des Treffens von Trump mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un frei, den nordkoreanische Sicherheitsleute versperren wollten.

CNN-Korrespondent Jim Acosta sagte, Grisham habe sich bei ihrem Einsatz im geteilten Grenzort Panmunjom sogar Schrammen zugezogen. Anfangs wollten die im Umgang mit unabhängigen Medien nichts sehr erfahrenen nordkoreanischen Sicherheitskräfte keine Reporter über die Grenze und schon gar nicht in das sogenannte "Haus der Freiheit", dem Ort der Gespräche zwischen den beiden Staatschefs, lassen. Auch stellten sie sich den Kameras in den Weg, um sie am Filmen zu hindern.

Auf Videos ist zu sehen, wie Grisham einen deutlich größeren nordkoreanischen Sicherheitsmann zur Seite drängt und den Reportern zuruft: „Geht, geht!“ Acosta sagte in einer Schaltung  mit seinem Sender aus Seoul: „Dafür verdient Frau Grisham Anerkennung.“ Das gelte besonders, weil die Trump-Regierung sonst nicht damit glänze, sich für Reporter einzusetzen, die über das Weiße Haus berichten.

Acosta hat selber ein schwieriges Verhältnis mit dem Weißen Haus: Trump ließ ihm nach einem Wortgefecht bei einer Pressekonferenz im November die Akkreditierung entziehen. CNN zog dagegen erfolgreich vor Gericht. Für Grisham - bislang Sprecherin von First Lady Melania Trump - war es die erste Auslandsreise als Sprecherin des Weißen Hauses. Ihre Vorgängerin Sarah Sanders war am Freitag auf eigenen Wunsch aus dem Amt geschieden. Trump wirft CNN und anderen kritisch über ihn berichtenden Medien vor, „Fake News“ zu verbreiten.