Politik | Ausland
24.05.2017

Trump zu Besuch im Vatikan: "Planet Earth First"

In einer nächtlichen Protestaktion beleuchtete Greenpeace die Kuppel des Petersdoms mit dem Motto "Planet Earth First". Am Vormittag traf Trump dann zu seinem Besuch bei Papst Franziskus ein. Auch das ist eine heikle Angelegenheit.

Der Besuch Donald Trumps bei Papst Franziskus kündigte sich in der Nacht auf Mittwoch auf durchaus ungewöhnliche Weise an. Greenpeace-Aktivisten beleuchteten mit starken Scheinwerfern die Kuppel des Petersdoms. "Planet Earth First" war in großen Lettern zu lesen.

Trotz scharfer Sicherheitsvorkehrungen konnten die Greenpeace-Aktivisten mit einem Lkw bis zur Via della Conciliazione fahren, der Straße, die zum Vatikan führt. Mithilfe eines auf dem Lkw positionierten Krans und Scheinwerfern beleuchteten die Aktivisten die Kuppel der Peterskirche, mit der Schrift "Planet Earth First". Dieser Slogan gilt als Antwort auf Trumps Motto "America First". Trotz der scharfen Sicherheitsvorkehrungen in Rom mit tausenden von Soldaten dauerte es circa 10 Minuten, bis Polizisten die Protestaktion der Greenpeace-Aktivisten unterbrachen.

Davon unbehelligt traf Trump dann am frühen Mittwochvormittag im Vatikan zu seinem Besuch bei Papst Franziskus ein. Begleitet wurde er von der First Lady Melania Trump, die in schwarz gekleidet war. Der Delegation schloss sich auch die First Daughter Ivanka Trump an. Die Delegation wurde vom Präfekten des päpstlichen Hauses, Bischof Georg Gänswein, empfangen.

Gänswein führte Trump zum Papst, der dem US-Präsidenten freundschaftlich die Hand schüttelte. Klimaschutz, die Flüchtlingskrise und Fragen der Einwanderung sollten im Mittelpunkt des Treffens stehen. Wegen des geplanten Baus einer Mauer an der Grenze zu Mexiko hatten sich Trump und Franziskus während des US-Präsidentschaftswahlkampfs einen verbalen Schlagabtausch geliefert.

Die Pressekonferenz der beiden können Sie an dieser Stelle live mitverfolgen:

Hohe Sicherheitsvorkehrungen

Überall in Rom waren die Sicherheitsvorkehrungen extrem hoch. Am Petersplatz sammelten sich zahlreiche Touristen, die auf Einlass zur mittwochs üblichen Generalaudienz warteten. "Wir sind hoffnungsvoll, hoffnungsvoll ist das Stichwort", sagte Andria aus der Nähe von Boston der Nachrichtenagentur dpa. "Hoffentlich gibt der Papst Trump eine gute Botschaft mit auf den Weg." Anders sah das ein weiterer Tourist aus Amerika. "Es ist eine gute Übung für Europa und auch für den Papst, von Trump zu hören", sagte Lee aus Alabama. Und seine Frau fügte hinzu: "Der Papst beschwert sich darüber, dass Trump eine Mauer bauen will. Dabei hat der Papst selbst eine Mauer."

Nach seinem Besuch im Vatikan trifft Trump in Rom den italienischen Ministerpräsidenten Paolo Gentiloni und Staatspräsident Sergio Mattarella. Anschließend reist Trump weiter nach Brüssel, wo am Nachmittag tausende Menschen gegen seinen Besuch demonstrieren wollen.