Bis zu 40.000 Soldaten: So erhöht Trump den Druck auf den Iran
Bis zu 40.000 Soldaten, zahlreiche zusätzliche Kampfjets, ein Flugzeugträger mit Trägerkampfgruppe – und regelmäßige Flüge von Transportflugzeugen, die Flugabwehrsysteme überall in der Region abladen: Die Truppenbewegungen in den vergangenen Tagen und Wochen zeigen, dass US-Präsident Donald Trump den Druck auf den Iran massiv erhöht.
Gezielte Angriffe zum Sturz des Regimes?
Insidern zufolge erwägt er gezielte militärische Angriffe gegen die Islamische Republik, um einen Sturz der Regierung in Teheran herbeizuführen. Die finale Entscheidung stand bis Redaktionsschluss dieser Ausgabe noch aus. Ziel sei es, Kommandeure und Institutionen zu treffen, die für die gewaltsame Niederschlagung der jüngsten Proteste verantwortlich seien. Dies solle den Demonstranten das Vertrauen geben, Regierungs- und Sicherheitsgebäude stürmen zu können.
Trumps Forderungskatalog an den Iran
- das Entfernen des gesamten angereicherten Urans aus dem Land
- ein Verbot der Urananreicherung
- Begrenzung der iranischen Bestände an Langstreckenraketen
- keine Unterstützung von Milizen in der Region mehr
Forderungen, auf die der Iran aus jetziger Sicht nicht eingehen wird.
Die USS Abraham Lincoln als schwimmender Machtfaktor
Im Zentrum der Drohkulisse steht die USS Abraham Lincoln – ein Flugzeugträger, also ein schwimmender Flugplatz. Er bringt Kampfflugzeuge für Luftschutz und präzise Angriffe, Störflugzeuge, die gegnerische Radare behindern können, sowie ein Radar-Frühwarnflugzeug, das wie ein fliegender "Leitstand" den Überblick behält.
Zerstörer, Tomahawks und unsichtbare U-Boote
Um den Träger herum liegen mehrere Zerstörer. Ihre wichtigste Aufgabe ist der Schutz: Sie sind mit Radaren und Abwehrraketen ausgerüstet und können Drohnen, Flugzeuge und je nach Lage auch Raketen bekämpfen. Gleichzeitig können solche Schiffe auch Marschflugkörper gegen Ziele an Land einsetzen. Etwa 1.000 Tomahawk-Marschflugkörper haben die USA in der Region theoretisch zur Verfügung. Ergänzt wird das Ganze durch U-Boote, darunter ein Raketen-U-Boot. Diese sind schwer zu orten und können überraschend aus großer Entfernung angreifen.
Damit diese Kräfte nicht nur "für einen Tag" wirken, haben die USA massiv Nachschub nachgeführt. Der Trägergruppenkampfverband ist jedoch beileibe nicht das einzige Druckmittel, das die USA zuletzt aufgebaut haben: Von Basen wie Al Udeid in Katar kann die US-Luftwaffe Kampfflugzeuge, Aufklärer und Tankflugzeuge einsetzen. Katar ist dabei besonders wichtig, weil dort nicht nur Flugzeuge stehen, sondern auch die zentrale "Luft-Leitstelle" sitzt, die US-Einsätze der gesamten Region koordiniert.
Saudischer Luftraum und die Angst vor Vergeltung
Und auch wenn etwa Saudi-Arabien im Vorfeld gesagt hatte, dass es seinen Luftraum nicht für US-Schläge gegen den Iran zur Verfügung stellen werde – es ist fraglich, ob US-Kampfjets tatsächlich im Ernstfall daran gehindert würden. Zuletzt sollen saudische Emissäre noch versucht haben, die USA von einem Schlag abzubringen. Der Grund ist wohl, dass Riad iranische Gegenschläge und vor allem Angriffe der jemenitischen Houthis auf seine kritische Infrastruktur fürchtet.
Der Iran hält häufig maritime Übungen an der Straße von Hormus ab.
Irans Raketenarsenal und die Eskalation der Vergangenheit
Diese Furcht ist nicht unberechtigt: Am 23. Juni vergangenen Jahres griff der Iran die Al-Udeid-Basis in Katar mit zwölf ballistischen Raketen an, elf konnten abgefangen werden, eine traf die Basis. Und nach wie vor verfügt der Iran über ein beträchtliches Arsenal an Raketen: Schätzungen zufolge könnten sie 2.000 bis nach Israel feuern, weitaus mehr auf Einrichtungen im Irak, in Katar, Saudi-Arabien und in den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Offiziell macht der Iran keine Anstalten, den Forderungen Trumps nachzugeben und droht mit massiven Vergeltungsschlägen. Während des Zwölf-Tage-Krieges 2025 hatte der Iran etwa 500 Raketen gegen Israel eingesetzt und 32 Zivilisten getötet sowie mehr als 3.000 verletzt. Auch Israel hat seine Luftverteidigung in höchste Bereitschaft versetzt.
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