Politik | Ausland
11.06.2018

Trump bezeichnet Trudeau als Simulant

US-Präsident setzt nach G-7-Gipfel Untergriffe gegen kanadischen Premierminister fort. Neuerlich scharfe Kritik an EU-Staaten wegen Verteidigungsausgaben.

US-Präsident Donald Trump setzt seine persönlichen Untergriffe gegen den kanadischen Premierminister Justin Trudeau fort. In einem am Montagvormittag (Ortszeit) aus Singapur versendeten Tweet warf er Trudeau vor, im Handelsstreit mit den USA ein Simulant zu sein. "Justin simuliert, wenn er zur Rede gestellt wird", twitterte Trump mit Blick auf die angebliche "Prahlerei" Kanadas in Handelsfragen.

Kanada selbst behaupte, einen Handelsbilanzüberschuss von fast 100 Milliarden Dollar mit den USA zu haben, schrieb Trump, ohne weitere Belege anzuführen. "Warum sollte ich, als Präsident der Vereinigten Staaten, anderen Ländern erlauben, weiterhin massive Handelsüberschüsse zu haben, wie schon seit Jahrzehnten, während unsere Bauern, Arbeiter und Steuerzahler so einen hohen und unfairen Preis zahlen müssen?"

Trump hatte am Samstag auf dem Weg nach Singapur die zuvor vereinbarte gemeinsame Schlusserklärung des G-7-Gipfels in Kanada platzen lassen, nachdem Trudeau Vergeltungsmaßnahmen gegen die von Trump verfügten Strafzölle angekündigt hatte. Den kanadischen Premierminister bezeichnete er als "sehr unehrenhaften und schwachen" Gastgeber.

In einer Reihe von Tweets bekräftigte Trump am Montag auch seine Kritik an den EU-Staaten. "Die Europäische Union hatte einen 151 Milliarden Dollar Überschuss - sollte viel mehr für das Militär zahlen!", schrieb er. "Wir schützen Europa (was gut ist) mit großem finanziellen Verlust, und werden dann auf unfaire Weise in Handelsfragen ausgenommen. Die Veränderung kommt!" Und weiter: "Deutschland zahlt ein Prozent (langsam) seines BIP in Richtung NATO, während wir vier Prozent eines viel größeren BIP zahlen. Glaubt irgend jemand, dass das Sinn ergibt?"