Politik | Ausland
09.10.2018

Boykott-Bruch oder Zufall? Kneissl traf israelischen Minister

Außenministerin berichtet von "informellem Treffen". Israelische Botschaft ortet hingegen "zufällige" Begegnung".

Außenministerin Karin Kneissl ( FPÖ) ist trotz des Boykotts der israelischen Regierung mit dem israelischen Bauminister Yoav Galant zusammengetroffen. Die Ministerin auf FPÖ-Ticket twitterte ein Foto der Begegnung vom Montag in Barcelona, wo sie am Forum der Mittelmeer-Union teilnahm.

Das Forum habe die "ausgezeichnete Gelegenheit" für ein "informelles Treffen" mit Minister Galant geboten, schrieb Kneissl. Sie hatten "einen Meinungsaustausch über die Hebräische Universität von Jerusalem", erklärte die Außenministerin, die an dieser Hochschule studiert hatte. Galant habe den "Boykott gebrochen", berichtete die "Times of Israel".

Aus der israelischen Botschaft in Wien hieß es dagegen, das Treffen habe "zufällig" am Rande der Konferenz "stattgefunden". "Das ändert an der Position der israelischen Regierung nichts", sagte eine Sprecherin am Dienstag auf Anfrage.

Bereits am Rande der UNO-Vollversammlung Ende September hatte es Berichte über ein Ende des israelischen Banns gegen Kneissl gegeben. Diese wurden dann aber nicht bestätigt. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu bedankte sich nach einem Treffen mit Bundeskanzler Sebastian Kurz ( ÖVP) für Schritte der Bundesregierung und des Parlaments. Diese würden "ihre Wertschätzung gegenüber der jüdischen Gemeinschaft und ihr Engagement für das jüdische Erbe, die Erinnerung an den Holocaust und den Kampf gegen den Antisemitismus" ausdrücken, so Netanyahu in einer Stellungnahme.

Seit dem Regierungseintritt der FPÖ Ende 2017 hat die israelische Regierung wegen wiederholter antisemitischer Vorfälle in den blauen Reihen keinen Kontakt zu FPÖ-Ministern.