Politik | Ausland
02.05.2017

Wenn die Premierministerin umsonst an Türen klopft

Die britische Regierungschefin Theresa May wollte Bürger für kurze Gespräche zu Hause besuchen, scheiterte aber schon an der Türschwelle. Keiner machte auf.

Politiker zeigen gerne Volksnähe und wollen damit signalisieren: Wir hören uns die Sorgen der Bürger an. Unlängst startete Bundeskanzler Christian Kern eine neue Mittelstands-Kampagne der SPÖ mit Hausbesuchen als Pizzabote.

Aber immer wenn es "menschelt", ist auch Raum für Peinlichkeiten. Im Wahlkampf für die vorgezogenen Unterhauswahlen versuchte nun auch die britische Premierministerin ihr Heil in Tür-Besuchen. Ohne Pizza zwar, aber trotzdem erntete die Konservative viele Lacher in den Medien. Denn just als sie am Wochenende von einem Kamerateam im schottischen Aberdeen begleitet wurde, ging der kurze Abstecher in eine Kleinhaus-Siedlung mächtig daneben.

"Wir wollen nicht stören"

Gleich zu Beginn des Sky News-Videos winkt ein Pärchen im Garten dankend ab. May sagt: "Wir wollen Sie sicher nicht stören."

Von einem Assistenten begleitet, beginnt die Regierungschefin dann an Türen zu klopfen. Aber niemand macht auf. Man klingelt, klopft noch einmal an - es will sich keine Tür öffnen. Immerhin hat man Broschüren dabei, die durch den Türschlitz geworfen werden.

Nach dem sechsten erfolglosen Versuch, mit einfachen Menschen ins Gespräch zu kommen, ist das Zeitbudget offenbar aufgebraucht. May gibt auf und ihrem Begleiter die Folder zurück. "Die müssen Sie irgendwie anders loswerden", sagt die Tories-Politikerin im Video und nimmt es mit Humor. Dann steigt sie wieder in die schwarze Luxus-Limousine.

Keine sturen Schotten

Dass niemand für May aufgemacht hat, dürfte übrigens nicht daran liegen, dass sture Schotten kein Interesse an dem Gast aus London hatten. Es war eben auch in Großbritannien ein verlängertes Feiertagswochenende.