Politik | Ausland
02.03.2017

Syrien und Russland kämpfen um Palmyra

Oasenstadt Palmyra ist eine der wichtigsten Stätten aus der römischen Zeit. Während ihrer Herrschaft zerstörte die Terrormiliz IS einzigartige Bauten.

Syrische Regierungskräfte sind in die bisher von der IS-Terrormiliz gehaltene historische Oasenstadt Palmyra eingerückt. Die meisten Kämpfer der Extremisten hätten sich zuvor zurückgezogen, hieß es am Donnerstag aus Militärkreisen. Die Soldaten kämen aber wegen zahlreicher Sprengfallen und Scharfschützen nur sehr langsam voran. Einige IS-Kämpfer würden sich noch versteckt halten.

Damit geht die zweite Herrschaft des IS über die Stadt und ihre einzigartigen historischen Bauten zu Ende. Den Angaben zufolge rückten die Regierungskräfte von Süden her nach Palmyra vor, wo Teile der berühmten archäologischen Stätten liegen. Unterstützt wird der Angriff auf die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) von der Luftwaffe Russlands, eines engen Verbündeten Syriens.

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IS: Bauten sind "Zeiten des Unglaubens"

Palmyra gehört seit 1980 zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Extremisten hatten die Oasenstadt erstmals im Mai 2015 erobert. In den Monaten danach sprengten sie mehrere rund 2.000 Jahre alte Bauwerke, darunter den Baal-Tempel und den Triumphbogen. Auch ein Teil der berühmten Säulenstraße wurde zerstört. Laut Unesco blieb die historische Stätte jedoch "zum größten Teil in ihrer Einheit und in ihrem ursprünglichen Charakter erhalten".

Im März 2016 konnten syrische Regierungskräfte die Stadt mit Hilfe russischer Luftangriffe wieder unter Kontrolle bringen. Moskau strich seine Rolle in dem Bürgerkriegsland danach mit einem Sinfoniekonzert in Palmyras Amphitheater demonstrativ heraus. Für den Auftritt wurde das Orchester des St. Petersburger Mariinski-Theaters eingeflogen.

Zahlreiche Gefangene umgebracht

Im vergangenen Dezember eroberte der IS Palmyra jedoch erneut. Auch danach legten die Extremisten wieder einzigartige Bauten aus römischer Zeit in Schutt und Asche. UN-Satellitenbilder zeigten, dass Teile der Bühne und prächtigen Bühnenwand des Amphitheaters zerstört wurden. Für die IS-Extremisten sind die Bauten Überreste aus der "Zeit des Unglaubens", die aus ihrer Sicht vernichtet werden müssen.

Die IS-Anhänger brachten in Palmyra auch zahlreiche Gefangene um. Im August 2015 töteten sie unter anderem den früheren Chef-Archäologen der Stadt, Khalid Asaad, vor Dutzenden Zuschauern auf einem öffentlichen Platz. Ende Jänner meldeten Aktivisten, der IS habe dort zwölf Gefangene getötet, einige davon im Amphitheater.