Assad soll auf Kriegsschiff residieren

SYRIA ASSAD SPEECH
Foto: APA/SANA\HANDOUT Assad während einer Ansprache vor Unterstützern vergangene Woche in Damaskus.

Laut einem saudischen Bericht steht der Präsident im Mittelmeer unter "russischer Bewachung".

Syriens Machthaber Bashar el-Assad und dessen Familie sollen sich die meiste Zeit gar nicht mehr in der Hauptstadt Damaskus aufhalten, sondern auf einem Kriegsschiff im Mittelmeer residieren. Dies berichtet die saudische Zeitung Al Watan unter Berufung auf einen Bericht des saudischen Geheimdienstes.

Dabei soll Assad von russischen Sicherheitskräften bewacht werden, weil er, so heißt es in dem Bericht, den eigenen syrischen Bewachern nicht mehr traue. Gerüchteweise soll er auch russisches Asyl erhalten haben, was Moskau allerdings dementierte.

Insgesamt 16 russische Schiffe, darunter mehrere Kriegsschiffe, kreuzen vor der syrischen Küste. Mehrere Tausend Marinesoldaten befinden sich darauf und werden, wie Assad es in der Vorwoche formulierte, „den Westen davon abhalten, Bodentruppen nach Syrien zu schicken“.

Seit Monaten ist der bedrängte syrische Machthaber kaum noch in der Öffentlichkeit zu sehen. Wenn er wie zuletzt vor einer Woche eine Ansprache hält, lässt er sich mit einem Hubschrauber vom Schiff abholen und an geheime Orte nahe Damaskus fliegen. Von dort wird er im gepanzerten Wagen abgeholt und unter schwerer Bewachung an seinen Zielort geführt.

Das syrische Verteidigungsministerium hat unterdessen damit begonnen, zusätzlich Wehrpflichtige einzuziehen, die auf Seiten des Regimes kämpfen sollen. Bis zum Donnerstag soll ihre Zahl auf 20.000 steigen.

Wie das syrische Regieme foltert

Ein syrischer Zeichner hat die gängigsten Foltermethoden des syrischen Regimes für Human Rights Watch auf Papier gebracht. Im Bild wird ein auf die Zimmerdecke gehängter Gefangener mit Stockschlägen übersät. Seine Zehen berühren kaum den Boden. Insgesamt hat die Menschenrechtsorganisation 27 Gefängnisse des syrischen Geheimdienstes identifiziert, in denen regelmäßig gefoltert wird. Die Folterkeller des Assad-Regimes sind durch das ganze Land verstreut. In der Hauptstadt Damaskus allein hat HRW zwölf Gefängnisse lokalisiert. Ein ehemaliger Gefangener in Damaskus berichtet: "Sie hatten mir die Augen verbunden, mir die Arme gefesselt und brachten mich nach unten. Als ich in dem Raum angekommen war, traf mich ein Fußschlag. Ich fiel zu Boden. Danach schlugen sie mich mit allem was sie finden konnten - Stöcken, Kabeln, ihren Fäusten und Füßen." Andere Opfer wurden in einem Autoreifen gezwängt, wo sie dann mit Schlägen auf Rücken, Beine und Kopf traktiert wurden. Auch mit elektrischen Stromschlägen wurden die Gefangenen gefoltert. Die Kabel wurden zum Teil auf sehr empfindlichen Stellen wie Genitalien oder im Mund befestigt. Die Fußsohlen mancher Gefangener wurden so lange mit Schlägen traktiert, bis die Opfer nicht mehr gehen konnten. Diese Methode nennt sich "Basat al-Rih" oder "Fliegender Teppich". Die Arme und Beine des Gefolterten sind an Brettern festgebunden, die nach und nach immer wieder zusammengeklappt werden, sodass die Zehen des Opfers sein Gesicht berühren. Darüber hinaus muss der Gefangene auch noch Stockschläge über sich ergehen lassen. Der europäische Mindeststandard sieht vor, dass maximal fünf Gefangene in einer 20 Quadratmeter großen Zelle untergebracht sein dürfen. In Syrien sind laut Human Rights Watch bis zu 70 Gefangene auf diesem Raum untergebracht. Zudem gibt es kaum Essen und keine Toilette.

(KURIER) Erstellt am
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