Syrien bombardiert erneut die Türkei

Die syrische Luftwaffe nahm erneut ein Dorf an der türkischen Grenze unter Beschuss – die neue Oppositionskoalition erhält indes Unterstützung aus dem arabischen Raum.

Trotz scharfer Proteste aus Ankara hat die syrische Luftwaffe am Dienstag erneut Ziele unmittelbar an der türkischen Grenze bombardiert: Syrische Kampfjets hätten den von Aufständischen kontrollierten Grenzort Ras al-Ain angegriffen, berichteten türkische Medien. Insgesamt habe es wenige hundert Meter von der Grenze entfernt sieben Detonationen gegeben. Rebellenkämpfer hätten mit Maschinengewehren das Feuer erwidert, berichtete die Nachrichtenagentur Reuters.

Am Vortag gab es bei solchen Angriffen auf syrischer Seite Tote und in der Türkei mindestens drei Verletzte. Ankara hat in Damaskus scharfen Protest eingelegt und Kampfjets zur Sicherung der Grenze aufsteigen lassen. Die türkische Regierung hat als Reaktion auf Beschuss aus Syrien wiederholt mit Gegenschlägen reagiert, allerdings blieb es bei einzelnen Schlagabtäuschen.

Die israelische Armee auf den Golanhöhen schoss am Montag indessen erstmals gezielt auf Kampfverbände in Syrien. Zuvor sei erneut eine Granate aus Syrien in der Nähe eines israelischen Postens eingeschlagen, teilte das Militär in Tel Aviv mit.

Anerkennung für Oppositionsblock

Der neue syrische Oppositionsblock ist zuvor von der Arabischen Liga sowie von den Golfstaaten als rechtmäßiger Vertreter Syriens anerkannt worden. Die Arabische Liga bot der "Nationalen Koalition der syrischen Revolutions- und Oppositionskräfte" Syriens zudem Beobachterstatus an, wie der arabische Sender Al-Jazeera am späten Montagabend vom Treffen der Außenminister in Kairo berichtete.

Nach ihrem Treffen in Kairo teilten die Außenminister der Arabischen Liga zudem mit, der neue Oppositionsblock sei künftig "legitimer Vertreter (Syriens) und Haupt-Gesprächspartner" der arabischen Staaten. Sie riefen "den Rest der syrischen Opposition" auf, dieser nationalen Koalition beizutreten, da diese die gesamte syrische Gesellschaft zusammenbringe.

Auch die sechs Mitglieder des Golf-Kooperationsrates (GCC) sagten dem Oppositionsblock ihre Unterstützung zu. GCC-Generalsekretär Abdullatif al-Zayani erklärte, er hoffe, dass auch die internationale Gemeinschaft die Nationale Koalition der syrischen Opposition anerkennen werde. Er erwarte, dass diese neue Oppositionskoalition ein Ende des Blutvergießens in Syrien herbeiführen und den Weg zu einem Rechtsstaat ebnen werde.

Neue Allianz unter Prediger-Vorsitz

Syrien bombardiert erneut die Türkei

Symbolbild

Am Sonntag hatten Vertreter der verschiedenen syrischen Oppositionsströmungen in Katar nach einem einwöchigen Verhandlungsmarathon eine Allianz gebildet. Zum Vorsitzenden des Oppositionsblocks wurde der Prediger Ahmed al-Khatib gewählt (mehr dazu hier)
 

Die Bildung der neuen Koalition war am Montag bereits international begrüßt worden. Die USA und Frankreich sagten dem neuen Bündnis Unterstützung zu. Am Dienstag findet in Kairo ein Ministertreffen der EU und der arabischen Liga statt, bei dem der gewaltsame Konflikt in Syrien ebenfalls Thema sein wird. Für Österreich nimmt Außenminister Michael Spindelegger (V) teil.

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