Politik | Ausland
22.01.2018

Syrien: Armee soll Giftgas in Duma eingesetzt haben

Aktivisten sprechen von mindestens 13 Menschen mit Erstickungsanfällen.

Rettungskräfte in einer von syrischen Regierungstruppen belagerten Rebellenenklave werfen der Armee den Einsatz von Chlorgas vor. Bei einem Bombardement am Montag sei das Giftgas freigesetzt worden, erklärten die Weißhelme, eine Gruppe von zivilen Rettungskräften. Die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsgruppe für Menschenrechte teilte mit, mindestens 13 Personen hätten unter Erstickungsanfällen gelitten. Die syrische Armee hat den Einsatz von Chlor oder anderen Chemiewaffen stets bestritten.

Zu dem Chlorgas-Einsatz kam nach Angaben der Weißhelme in der Stadt Duma im östlichen Teil der Bewässerungsoase Ghuta. Rund 400.000 Menschen sollen in dem seit 2013 belagerten Gebiet nahe Damaskus leben, das Medienberichten zufolge von der islamischen Extremistengruppe Jaish al-Islam kontrolliert wird. Sie wird von Saudi-Arabien unterstützt.

In den vergangenen zwei Jahren hat die syrische Armee nach Erkenntnissen der Vereinten Nationen (UN) das Nervengift Sarin und auch Chlor eingesetzt. Die Extremistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hat nach UN-Informationen Senfgas als Waffe benutzt.

Türkei rückt mit deutschen Panzern vor

Unterdessen hat sich die Türkei entschlossen gezeigt, ihre Offensive im Norden Syriens fortzusetzen. "Wir werden keinen Schritt zurück weichen", sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan aktuell. Seit Freitagabend wurden mehrere Stellungen der kurdischen YPG bombardiert. Die Türkei wirft der YPG vor, mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK zusammenzuarbeiten. Mehr dazu lesen Sie hier