Es gibt keinen Zweifel: Spanien will das Zentrum unbedingt.

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Falls Österreich aussteigt
01/24/2015

Spanien will unbedingt das Abdullah-Dialogzentrum

Madrid hat enge Beziehungen zu Riad und bemüht sich um den Religionsdialog.

von Margaretha Kopeinig

Enge Wirtschaftsbeziehungen. Spaniens Außenminister José Manuel García-Margallo ist voll des Lobes über das in Wien ansässige Abdullah-Zentrum für den interreligiösen und interkulturellen Dialog. "Wir beteiligen uns aktiv an diesem Zentrum, demnächst werden sich auch andere Staaten anschließen", sagte er am Donnerstag bei einer Diskussion im Rahmen des "Foro España Internacional" in Madrid.

Es gibt keinen Zweifel: Spanien will das Zentrum unbedingt. Es hat großes Interesse an der Arbeit und an seinem Funktionieren. Und Spanien will es übernehmen, sollte Österreich das Zentrum aufgeben. Das sagten höchste Diplomatenkreise aus Madrid dem KURIER.

Spanien unterhält beachtliche Wirtschaftsbeziehungen zu Saudi-Arabien. "Durch die Königshäuser sind die beiden Länder eng verbunden. Die Hochgeschwindigkeitsbahn Mekka-Medina wird von einem spanischen Konsortium gebaut, das sich gegen weltweite Konkurrenz durchgesetzt hat. Für 2015 werden Wachstumsraten von 2,5 bis drei Prozent erwartet", veröffentlichte eben die spanische Wirtschaftskammer ICEX. Spanien exportierte in den ersten sieben Monaten des Vorjahres Waren im Wert von 1,4 Mrd. Euro.

Aber auch Österreichs Handelsbilanz mit Saudi-Arabien ist positiv. Von Jänner bis Oktober des Vorjahres wurden Waren im Wert von 600 Millionen Euro (plus 6,5 Prozent zum Vorjahreszeitraum) geliefert. Die Importe aus Saudi-Arabien (vor allem Öl) betrugen 396 Millionen. Damit ist das Land Österreichs wichtigster Handelspartner in der Region.

Bauboom

Saudi Arabien hat die höchsten Infrastrukturausgaben pro Kopf weltweit. Auch Österreich profitiert vom gigantischen Bauboom. So liefert der Amstettner Doka-Konzern die Verschalung für den Kingdom Tower, das künftig höchste Gebäude der Welt. Die Porr bewirbt sich für den Tunnelbau für eine Metrolinie in Mekka. Die Firma Lights of Vienna wird das gesamte Beleuchtungssystem für den Ausbau der großen Moschee in Mekka um 100 Mio. Euro verantwortlich sein. Und Rosenbauer liefert fast 2000 Feuerwehrautos im Wert von 400 Millionen Euro, der größte Auftrag der Firmengeschichte.

Langfristig dominieren Stahlwaren, Maschinen, Fahrzeugteile, Arzneien und Getränke. Der Import von Energy Drinks wird jedoch immer komplizierter, Werbung dafür ist teilweise verboten.

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