Nicht angeschnallt: Sloweniens Staatschefin bricht sich Schlüsselbein
Zusammenfassung
- Die slowenische Präsidentin Nataša Pirc Musar brach sich bei einem Autounfall im Tunnel Kastelec das Schlüsselbein und war dabei auf dem Rücksitz ihres Dienstwagens nicht angeschnallt.
- Kritik gab es daran, dass die Öffentlichkeit erst einen Tag nach dem Unfall informiert wurde und dass Pirc Musar zwei Freundinnen im Dienstwagen mitnahm, von denen eine schwer verletzt wurde.
- Pirc Musar übernahm die Verantwortung für den Verstoß gegen die Gurtpflicht, kündigte Schonung an und bezeichnete den Unfall als Mahnung, sich auch auf den hinteren Sitzen immer anzuschnallen.
Die slowenische Präsidentin Nataša Pirc Musar ist durch einen Autounfall, bei dem sie sich einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hat, ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. Pirc Musar war bei dem Unfall mit ihrem Dienstwagen nämlich nicht angeschnallt gewesen, ebenso wie eine Freundin, die sich sogar schwer verletzte. „Das war mein größter Fehler“, zeigte sich Pirc Musar im Interview mit dem Fernsehsender POP TV zerknirscht über die Missachtung der Gurtpflicht.
Der Bruch sei zwar nicht so schlimm, dass eine Operation erforderlich wäre, doch sie müsse sich noch 14 Tage lang schonen, so Pirc Musar. Die ersten beiden Tage nach dem Unfall am Freitag habe ihr „alles weh getan“.
Pirc Musar war auf dem Weg von ihrem kroatischen Feriendomizil in den zentralslowenischen Ort Komenda, um dort an der Radveranstaltung „Pogi Challenge“ mit dem fünffachen Sieger der Tour de France, Tadej Pogačar, teilzunehmen. Die Fahrt endete aber bereits im Autobahntunnel Kastelec bei Koper, weil das Auto der Präsidentin zunächst auf einen anderen Pkw auffuhr und dann in die Tunnelwand krachte.
Öffentlichkeit erst einen Tag nach Unfall informiert
Wegen des Unfalls war die wichtigste Verkehrsachse Sloweniens mehrere Stunden lang gesperrt. Dass das Staatsoberhaupt in den Unfall verwickelt war, erfuhr die slowenische Öffentlichkeit aber erst am darauffolgenden Tag. Man habe keine „unvollständigen Informationen“ weitergeben wollen, sagte Pirc Musar dazu. Sie sei eine Stunde lang am Unfallort behandelt und danach ins Krankenhaus Izola gebracht worden. Erst am Samstagvormittag hätten die Ärzte ihr gesagt, dass keine Operation erforderlich sei.
Pirc Musar saß mit zwei Freundinnen am Rücksitz des Kombis, als sich der Unfall ereignete. Sie übernehme die volle Verantwortung dafür, dass sie nicht angeschnallt gewesen sei - ebenso wie eine der beiden Freundinnen. „Ich weiß nicht, welche Folgen es gehabt hätte, wenn ich angeschnallt gewesen wäre, und es ist sinnlos, darüber heute zu spekulieren. Faktum ist, dass das Gesetz das Angurten auch auf den hinteren Sitzen vorschreibt.“
„Meine Erfahrung soll eine Mahnung an alle sein“
„Für meine Verantwortungslosigkeit und meinen Leichtsinn habe ich mit einem gebrochenen Schlüsselbein bezahlt“, zeigte sich die Rechtsanwältin zerknirscht. „Meine Erfahrung soll eine Mahnung an alle sein: Es ist gut, wenn wir immer angeschnallt sind, auch wenn wir hinten sitzen.“
Nicht spekulieren wollte Pirc Musar darüber, dass der Auffahrunfall durch eine Missachtung des Sicherheitsabstandes ausgelöst worden sein könnte. Es werde diesbezüglich Untersuchungen geben, so die Präsidentin. Das Fahren im Konvoi sei aber nicht mit anderen Autofahrten vergleichbar, fügte sie hinzu. Auch die Mitnahme ihrer beiden Freundinnen verteidigte sie.
Als Staatspräsidentin stehe sie nämlich „24 Stunden am Tag“ unter Personenschutz und dürfe nur in offiziellen Autos unterwegs sein. „Wenn ich mit einem Freund oder einer Freundin, meinem Mann oder meinem Sohn auf einen Kaffee, ins Kino oder zu einem Konzert möchte, ist die Vorgangsweise bezüglich des Personenschutzes völlig identisch mit dienstlichen Fahrten“, erläuterte Pirc Musar.
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