Fico: „Athen muss seine Hausaufgaben machen“

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Foto: APA/JULIEN WARNAND „Slowakei braucht Atomkraft“: Premier Fico

Premier Fico in Wien. Scharfe Warnung an Griechenland, harte Linie in der Atomfrage.

Die Slowakei setzt auch weiterhin konsequent auf den Ausbau der Atomkraft. Das machte Premier Robert Fico bei seinem Besuch in Wien deutlich. Wie schon im Interview mit dem KURIER erklärte der Regierungschef auch nach dem Gespräch mit Bundeskanzler Werner Faymann, dass sein Land ein Recht habe, „über seinen Energiemix zu entscheiden“.

Die Slowakei beziehe mehr als 50 Prozent ihres Strombedarfs aus der Atomkraft und sei daher nicht in der Lage, darauf zu verzichten. Man wolle sich aber um einen offenen Austausch von Informationen bemühen , betonte der Premier. Er sei bereit, alle Fragen aus Österreich zu beantworten, „damit die Österreicher sich sicher fühlen können“. Faymann dagegen betonte, dass die Atomkraft keine nachhaltige Energieform sei und „gegenüber unseren Enkelkindern nicht verantwortbar“. Trotzdem waren beide Regierungschefs sichtlich bemüht, offenen Konflikten beim Thema auszuweichen.

In Sachen Eurokrise gab sich Fico deutlich optimistischer als noch vor wenigen Monaten, als er die Chance auf einen Zerfall der Eurozone mit 50 Prozent beziffert hatte. Der Euro sei nicht mehr das große Thema. Sein Land, gemeinsam mit Estland das ärmste der Eurozone, sei zur finanziellen Solidarität mit den Euro-Krisenländern wie Griechenland bereit, allerdings nur, wenn diese ihre Budgetprobleme auch tatsächlich lösen würden: „Griechenland muss seine Hausaufgaben machen.“ Falls nicht, wäre auch ein Austritt des Landes aus der Eurozone denkbar: „Wir können keine Unverantwortlichkeit tolerieren.“

Schlechte Verbindung

Wenig Aussichten auf rasche Verbesserungen gibt es bei den veralteten Eisenbahn-Verbindungen zwischen Wien und Bratislava. Diese sind zum Teil nicht elektrifiziert und müssen mit Diesel betrieben werden. Auch ist man beim Bau von Brücken über die March um Jahre im Rückstand. Fico betonte, dass es sich bei diesen Bahnstrecken um einen Teil eines europäischen Projekts handle. Er sei daher optimistisch, dass es bald raschere Fortschritte gebe.

(kurier) Erstellt am
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