ABD0056_20150215 - BUERGLEN - SCHWEIZ: Der Pfarrer Wendelin Bucheli von Buerglen nimmt nach der heiligen Messe vom Sonntag 15. Februar 2015 in der Dorfkirche von Buerglen vor den anwesenden Glaeubigen und Medienvertretern Stellung zur Auseinandersetzung mit Vitus Huonder, dem Bischof von Chur. Bucheli hat die Kritik des Bischofs auf sich gezogen, weil er im Herbst 2014 ein lesbisches Paar gesegnet hatte. Die Kirchengemeinde Buerglen stellt sich hinter ihren Pfarrer. (KEYSTONE/Urs Flueeler). - FOTO: APA/KEYSTONE/URS FLUEELER

© APA/KEYSTONE/URS FLUEELER

WERBUNG
08/03/2015

Schweizer Bischof griff erneut Schwule an

Huonder liefert Rundumschlag gegen Gendertheorien, Scheidung, Sexualkunde und Homoehe.

Der Schweizer Bischof Vitus Huonder hat sich erneut vehement gegen HomosexualitĂ€t und fĂŒr das katholische Ehemodell ausgesprochen. AnlĂ€sslich des Forums "Freude am Glauben" im deutschen Fulda zitierte er eine Bibelpassage, worin Homosexuelle mit dem Tode bestraft werden.

Der Bischof von Chur hielt am Freitag einen Vortrag unter dem Titel "Die Ehe - Geschenk, Sakrament und Auftrag", worĂŒber am Montag mehrere Schweizer Zeitungen berichteten. Im knapp 50-minĂŒtigen Auftritt, der auf dem Videoportal kathube.com zu sehen ist, erlĂ€utert der Bischof entsprechende Bibelstellen. Anhand deren lieferte er einen Rundumschlag gegen Gendertheorien, Scheidung, Sexualkunde und Homoehe.

Applaus fĂŒr Todesstrafe bei HomosexualitĂ€t

BezĂŒglich der HomosexualitĂ€t zitierte Huonder insbesondere zwei Stellen aus dem Buch Levitikus, darunter den Vers "SchlĂ€ft einer mit einem Mann, wie man mit einer Frau schlĂ€ft, dann haben sie eine GrĂ€ueltat begangen. Beide werden mit dem Tod bestraft. Ihr Blut soll auf sie kommen." Unter Applaus der Anwesenden sagte Huonder: "Die beiden Stellen allein wĂŒrden genĂŒgen, um der Frage der HomosexualitĂ€t aus der Sicht des Glaubens die rechte Wende zu geben."

Die Aussage habe auch Bedeutung fĂŒr die Definition der Ehe und der Familie. "Da gibt es keine Vielfalt der Ehe- und Familienmodelle, auch wenn jetzt ein Buch herausgekommen ist in meinem Bistum: 'Familienvielfalt'", sagte der Bischof. "Davon nur schon zu sprechen ist ein Angriff auf den Schöpfer."

Unter dem Titel "Familienvielfalt in der katholischen Kirche" hat Professor Hanspeter Schmitt von der theologischen Hochschule Chur zusammen mit seinem Kollegen Arnd BĂŒnker vom pastoralsoziologischen Institut St. Gallen in diesem Jahr ein Buch herausgegeben. Darin wird die kirchliche Lehre in Bezug auf das Thema Familie reflektiert.

Schwulen-Dachverband "schockiert und verÀrgert"

Pink Cross, der Schweizer Dachverband der Schwulen, zeigte sich "schockiert und verĂ€rgert" ĂŒber die jĂŒngsten Äusserungen des Churer Bischofs. Auf seiner Webseite fordert der Verband eine "öffentliche Entschuldigung fĂŒr die erneute Entgleisung". Die Organisation prĂŒfe, in welcher Form derartige "Hassreden" strafrechtlich verfolgt werden könnten. Ein Kirchenvertreter lebe in "keinem rechtsfreien Raum".

Bischofskonferenz Ă€ußert sich nicht

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK) teilte auf Anfrage mit, man Ă€ußere sich nicht zu Aussagen einzelner Bischöfe. FĂŒr die Haltung der SBK verbindlich zum Thema HomosexualitĂ€t sei der Katechismus der Katholischen Kirche (KKK). GemĂ€ĂŸ diesem sind "homosexuelle Handlungen in keinem Fall zu billigen".

Homosexuelle hĂ€tten ihre Veranlagung allerdings nicht selbst gewĂ€hlt, fĂŒr die meisten stelle sie "eine PrĂŒfung" dar, heißt es im Katechismus weiter. Homosexuellen sei "mit Achtung, Mitleid und Takt" zu begegnen. "Man hĂŒte sich, sie in irgendeiner Weise ungerecht zurĂŒckzusetzen." (KKK 2357-2358)

Jederzeit und ĂŒberall top-informiert

UneingeschrÀnkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.

Kommentare