Politik | Ausland
23.10.2018

Saudisches Dialog-Zentrum weist Kritik an Arbeit zurück

David Rosen, Mitglied des KAICIID-Direktoriums: „Hier werden Äpfel mit Orangen vermischt."

Die Ermordung des saudischen Journalisten Khashoggi ließ nun erneut Kritik an dem Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog in Wien (KAICIID) laut werden, das primär von Saudi-Arabien finanziert wird. Weil es sich nicht entsprechend zu dem Fall geäußert habe, fordert die Liste Pilz etwa die Schließung. Auch die NEOS zeigen sich besorgt.

David Rosen, der im neunköpfigen KAICIID-Direktorium vertreten ist, weist die Kritik freilich zurück: „Hier werden Äpfel mit Orangen vermischt. Wir sind nicht dazu da, eine Politik zu forcieren, zu verteidigen oder zu kritisieren. Das ist nicht unser Mandat. Unser Auftrag ist der Dialog. Wir äußern uns ja auch nicht zu Menschenrechtsverletzungen in China, zur Behandlung der Rohingya in Myanmar oder der Roma in Europa“, so der Rabbiner, den der KURIER in Marokko telefonisch erreichte.

Generell sei die Politik Österreichs gegenüber dem Zentrum „inkonsistent“. Wenn es opportun erscheine, hagle es Vorwürfe: „Zeitweise kommen wir uns wie ein Fußball vor, den die Politik für ihre Zwecke verwendet. Ausgenommen sind hier die Staatspräsidenten, auch schon Heinz Fischer, und Kardinal Schönborn.“

Das Argument, dass die Saudis das KAICIID bloß als PR-Maschine benützten, um sich nach außen ein liberaleres Image zu verpassen, kann Rosen nicht nachvollziehen: „Wir machen doch fast keine PR-Arbeit. Dafür umso mehr programmatische: Das reicht vom Studentenaustausch bis zu Workshops vor Ort, etwa in Nigeria. Aber wir unterstützen auch Österreich in der Flüchtlingsfrage – etwa durch Bildungsprogramme oder im Bereich des kulturellen Zusammenlebens.“