Politik | Ausland
24.01.2018

Raketeneinschlag in türkischer Grenzstadt

Ein Toter und 13 Verletzte. Geschoss aus umkämpfter syrischer Enklave Afrin traf Moschee im Zentrum der südtürkischen Grenzstadt Kilis.

Beim Einschlag einer Rakete in der südtürkischen Grenzstadt Kilis ist am Mittwochabend ein Mensch getötet worden. Der Gouverneur Mehmet Tekinarslan teilte vor Ort mit, bei der Explosion der Rakete aus der nordsyrischen Region Afrin seien auch 13 Menschen verletzt worden.

Die türkische Armee geht in Afrin zusammen mit protürkischen Rebellen seit Samstag gegen die kurdischen Volksverteidigungseinheiten ( YPG) in der Region vor.

Die Rakete traf in Kilis eine Moschee im Stadtzentrum, berichtete eine Korrespondentin der Nachrichtenagentur AFP. Der Nachrichtensender CNN-Türk berichtete, eine zweite Rakete sei hundert Meter entfernt in einem Haus eingeschlagen.

Offensive "Olivenzweig"

Auch am fünften Tag der Offensive "Olivenzweig" in Afrin lieferten sich türkische Truppen und verbündete syrische Rebellen heftige Gefechte mit den YPG-Kämpfern. An der Grenze war regelmäßig Artilleriefeuer zu hören. Die Türkei betrachtet die YPG wegen ihrer engen Verbindungen zur verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation.

Aus Afrin wurden seit Beginn der türkischen Offensive bereits mehrfach Raketen auf die türkischen Grenzstädte Kilis und Reyhanli abgefeuert. Dabei wurden zwei Zivilisten getötet und dutzende weitere verletzt. Laut der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden bei den Kämpfen in Afrin bisher mehr als 90 Kämpfer und 30 Zivilisten getötet. Die Türkei spricht von mehr als 260 getöteten "Terroristen", zudem wurde der Tod von drei Soldaten bestätigt.