Dr. Rachel Levine

© APA/AFP/Biden-Harris Transition Team/HANDOUT

Politik Ausland
03/25/2021

USA: Biden bringt erste Transperson als Ministerin durch

Kinderärztin wird stellvertretende Gesundheitsministerin der USA. Das ist ein "Wendepunkt der Geschichte".

von Susanne Bobek

Nur zwei republikanische Senatorinnen stimmten für Dr. Rachel Levine: Lisa Murkowski aus Alaska und Susan Collins aus Maine. Das reichte. In der Nacht auf Donnerstag wurde die erste Transperson vom US-Senat für ein hohes Amt mit 52 zu 48 Stimmen bestätigt. Dr. Levine wird stellvertretende Gesundheitsministerin.

„Dass Dr. Levine die erste offen als Transgender lebende Amerikanerin ist, die vom Senat bestätigt wird, ist ein Wendepunkt in der US-Geschichte,“ twitterte ein Kommunikationsbeamter des Weißen Hauses.

US-Präsident Joe Biden, der am Donnerstagabend seine erste Pressekonferenz seit seinem Amtsantritt am 20. Jänner abhalten sollte, hat nun sein buntes, diverses Kabinett zusammen.

Mit Kamala Harris ist die erste Frau als Vizepräsidentin vereidigt worden, die erste schwarze Frau in der Geschichte der USA.

Mit Deb Haaland (60) wurde die erste indigene Frau aus dem Volk der Pueblo of Laguna zur Umweltministerin. Und mit der ersten offen als Transgender lebenden Amerikanerin hat der amtierende Präsident eine weitere historische Premiere geliefert. Die 63-jährige Kinderärztin Levine war bis Jänner Gesundheitsministerin im Bundesstaat Pennsylvania und Professorin für Kinderheilkunde und Psychiatrie am Penn State College of Medicine.

Bei ihrer Nominierung im Januar hatte Joe Biden passende Worte gefunden. Rachel Levine sei eine „historische und bestens qualifizierte Wahl“ und bringe „die Führungsstärke und entscheidende Fachkompetenz mit, die wir brauchen, um die Bevölkerung durch diese Pandemie zu bringen,“ erklärte Biden.

Kurz nach der Nominierung hatte Biden zudem per Executive Order den Transgenderbann für das US-Militär aufgehoben.

Inklusion auch in Armee

Das von Bidens Vorgänger Donald Trump initiierte Verbot wird nach Angaben des Weißen Hauses wieder zurückgenommen. „Präsident Biden ist der Ansicht, dass Geschlechtsidentität kein Maßstab für eine Militärkarriere sein sollte,“ hieß es in einer Mitteilung,

„Amerikas Stärke wächst aus seiner Vielfalt.“ Inklusion gelte auch für die US-Armee.

Als Transgender werden Menschen bezeichnet, die sich nicht – oder nicht nur – mit dem Geschlecht identifizieren, das bei ihrer Geburt notiert wurde. Unter den 1,3 Millionen aktiven Mitgliedern der US-Streitkräfte gibt es Schätzungen zufolge zwischen 1.320 und 15.000 Transgendermenschen.

Erst 2016 hatte der damalige Präsident Barack Obama verfügt, dass Transgender offen im US-Militär dienen dürfen und dort auch medizinische Unterstützung erhalten sollen.

Biden, der gläubige Katholik, hatte bereits bei seiner Amtseinführung aufhorchen lassen. Denn in einer Fürbitte hatte sein langjähriger Seelsorger, der Jesuit und Theologe Leo O'Donovan, gesprochen: „Heute bekennen wir, dass wir in der Vergangenheit versagt haben, unserer Vision von Gleichheit, Inklusion und Freiheit für alle gerecht zu werden.“

Inklusion und das Festhalten am Recht auf Abtreibung? Der Erzbischof von Los Angeles sieht darin eine Förderung „moralischer Übel“.

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