Reaktionen zu Orbáns Abwahl: "Ungarn hat sich für Europa entschieden"
Aus ganz Europa kamen am Wahlabend Glückwünsche für den neuen Premier Ungarns, Péter Magyar. Dass er den seit 16 Jahren regierenden Viktor Orbán ablöst, ist vor allem in Brüssel mit großer Erleichterung aufgenommen worden: "Ungarn hat sich für Europa entschieden. Europa hat sich schon immer für Ungarn entschieden. Gemeinsam sind wir stärker. Ein Land kehrt auf seinen europäischen Weg zurück. Die Union wird stärker", schrieb Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen.
Auch Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger schloss sich dem an. "Sehr gute Nachrichten aus Ungarn", schrieb sie auf X. Sie nannte die Wahl "eine Richtungsentscheidung für ganz Europa – weg von Korruption und russischer Einflussnahme, hin zu konstruktiver Zusammenarbeit."
Ein Ende der Blockadepolitik
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz schrieb: "Ich freue mich auf die Zusammenarbeit für ein starkes, sicheres und vor allem geeintes Europa". Das "vor allem geeint" kann als Anspielung auf Orbáns Blockadepolitik der vergangenen Jahre gelesen werden - zuletzt verhinderte er den 90-Milliarden-Euro-Kredit für die Ukraine.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und Europapolitiker Manfred Weber sollen Tisza am Telefon gratuliert haben, schrieb Magyar auf Facebook. Macron meldete sich dazu auch auf X zu Wort: "Ich habe mich gerade mit Péter Magyar unterhalten, um ihm zu seinem Sieg in Ungarn zu gratulieren!" Weber sagte dem deutschen Spiegel, "die Rechtspopulisten in Europa verlieren heute Nacht ihre Identifikationsfigur. Bürgerliche, proeuropäische Politik gewinnt Wahlen. Das ist das Signal dieser historischen Wahlnacht."
Orbáns Fidesz war bis 2021 Teil der EVP, trat aber wegen der Auffassungsunterschieden aus - und kam so einem Ausschlussverfahren zuvor. Die Tisza-Partei hingegen ist seit 2024 Mitglied der EVP.
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