Orbán: „Das Resultat ist schmerzhaft. Aber wir geben nie auf, nie, nie nie!“

Ungarns Premier hat in einer ersten Reaktion die Niederlage eingestanden. Er gratulierte seinem Herausforderer Magyar zum Sieg – sich aus der Politik zurückziehen will er aber nicht.
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Ungarns amtierender Premier Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei fuhren am Sonntag eine Niederlage ein, mit der selbst Demoskopen nicht gerechnet hatten. Dementsprechend früh gratulierte der Noch-Regierungschef seinem Nachfolger: Péter Magyar verkündete auf Facebook, dass Orbán ihn angerufe habe – bereits bei einem Auszählungsgrad von 50 Prozent. 

Bei seinem einer ersten öffentlichen Auftritt kurz nach 21:20 Uhr sagte er, dass das „Resultat klar und schmerzhaft“ sei. Orbán, der sonst immer sehr selbstbewusst auftritt, wirkte müde und mitgenommen. Zweieinhalb Millionen Wähler hätten Fidesz ihr Vertrauen ausgedrückt. „Die Zeit wird zeigen, was dieses Ergebnis bringt. Wir werden unsere Wähler nicht im Stich lassen.“ 

Tisza hat den ersten Berechnungen zufolge eine Zweidrittelmehrheit im Land geholt, was auch dem von Orbán installierten Wahlsystem liegt – es bevorzugt Direktkandidaten gegenüber Parteilisten. Auch hier lief Magyars Tisza der Fidesz den Rang ab.

Kein Rückzug in Planung

Orbáns Rede hat kaum zwei Minuten gedauert, dann ging er wieder ab. Zurückziehen werde er sich aber nicht, das machte er deutlich. „Wir müssen unsere Geminschaft wieder stärken“, sagte er – und endete mit: „Wir geben nie auf, nie, nie nie.“

Was er damit meint, dürfte seinen getreuen durchaus klar sein: Orbán und Fidesz haben Ungarn in den letzten 16 Jahren zu einem Land nach ihrem eigenen Zuschnitt gemacht – in allen Gremien sitzen Vertraute, an allen Schalthebeln der Macht ebenso, und die Medien gehorchen ihm auch. Er scheint sich darauf zu verlassen, dass sein System auch seine Abwahl überdauert. 

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