Berlin-Anschlag
12/23/2016

Mutmaßlicher Berlin-Attentäter in Mailand erschossen

Der mutmaßliche Attentäter von Berlin ist tot, er wurde in Mailand von der Polizei erschossen. Die aktuellen Entwicklungen im Newsblog.

von Daniela Wahl, Mathias Morscher, Peter Temel, Jürgen Klatzer, Moritz Gottsauner-Wolf

Der nach dem Berliner Terroranschlag europaweit gesuchte Tunesier Anis Amri ist tot. Das bestätigte der italienische Innenminister Marco Minniti am Freitag. Der Tote sei zweifelsfrei identifiziert.

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Amri ist der Polizei bei einer normalen Kontrolle in Mailand ins Netz gegangen. Amri sei zu Fuß unterwegs gewesen und aufgefordert worden, seine Ausweispapiere zu zeigen, er habe daraufhin eine Waffe gezogen und geschossen. Beim folgenden Schusswechsel wurde er von der Polizei erschossen, sagte Minniti. Ein Polizist wurde verletzt.

Die Ermittlungen nach dem Tod des mutmaßlichen Berlin-Attentäters laufen unterdessen weiter auf Hochtouren weiter. Unter anderem muss geklärt werden, ob Amri mögliche Komplizen hatte. "Wenn es weitere Schuldige oder Helfershelfer gibt, werden wir sie zur Rechenschaft ziehen", sagte die deutsche Kanzlerin Angela Merkel am Freitag. Die Bedrohung für Deutschland habe sich nach Amris Tod nicht verändert: "Sie bleibt hoch", sagte Innenminister Thomas de Maiziere.

Die von den Sicherheitsbehörden hochgefahrenen Maßnahmen blieben daher auch zunächst unverändert bestehen, so De Maiziere weiter. Berlins Innensenator Andreas Geisel sagte, Amris Tod "bedeutet nicht, dass wir die Fahndungsmaßnahmen aufheben werden". So müsse zum Beispiel geklärt werden, ob der Attentäter Komplizen hatte. "Der Sachverhalt wird weiter aufgeklärt."

IS-Video zeigt Amri

Amri stand offenbar in direktem Kontakt mit der Terrororganisation "Islamischer Staat". Das IS-Sprachrohr Amak veröffentlichte am Freitag ein Video, in dem der Tunesier dem IS-Anführer Abu Bakr al-Baghdadi die Treue schwört und erklärt, er wolle Märtyrer werden. Außerdem ruft er andere IS-Sympathisanten zu weiteren Angriffen auf. Die Echtheit der Aufnahme wird aber nicht unabhängig bestätigt.

Spur führt nach Berlin-Moabit

Bei den Ermittlungen führt einem Medienbericht zufolge eine Spur zu einer Moschee in Berlin-Moabit, die bei den Sicherheitsbehörden als Salafistentreffpunkt gilt. Laut dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) soll Amri wenige Stunden nach dem Lkw-Anschlag vor dem Gebäude des Moscheevereins "Fussilet 33" gefilmt worden sein. Dessen Vorsitzendem und einem Mitangeklagten wird seit Jänner der Prozess gemacht. Die Anklage wirft den beiden Männern vor, von Mitte 2013 bis Ende 2014 die syrische Dschihadistengruppe Dschunud al-Scham finanziell, technisch und organisatorisch unterstützt zu haben.

Warnung aus Marokko

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und der Tageszeitung Die Welt hatten marokkanische Sicherheitsbehörden die deutschen Kollegen im September und Oktober vor Amri gewarnt. Konkret sei es um die Gesinnung Amris gegangen und seine Bereitschaft, einen Terroranschlag durchzuführen. Marokkanische Sicherheitskreise bestätigten, dass es von ihrer Seite zwei Warnungen gegeben habe. De Maiziere sagte am Freitag dazu: "Ich kann darüber keine Aussage machen." Der Innenminister fügte hinzu, es gebe "sehr viele Gerüchte in diesem Fall.

kurier.at berichtet live:

Mutmaßlicher Berlin-Attentäter in Mailand erschossen

  • 12/23/2016, 07:49 PM

    Opfer sollen Entschädigung erhalten
    Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) hat den Opfern des Anschlags in Berlin eine Entschädigung zugesagt. Es sei "wichtig, dass jetzt jeder die Hilfe bekommt, die er braucht", teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am Freitag auf Anfrage des Redaktionsnetzwerks Deutschland mit.

    Zuvor hatte es Berichte gegeben, wonach eine Klausel im Opfer-Entschädigungs-Gesetz Leistungen bei Angriffen durch Kraftfahrzeuge ausschließe. Der Opferbeauftragte des Landes Berlin, Roland Weber, hatte von einer "fatalen Lücke" gesprochen.

    Das Ministerium sagte dem Redaktionsnetzwerk zufolge zu, die Ausschlussregel vor dem Hintergrund des Berliner Anschlags zu überprüfen. "Sollten sich mit Blick auf die Geschehnisse in Berlin aus der Abgrenzungsregelung Nachteile für die Betroffenen ergeben, so wird das BMAS prüfen, ob im geplanten Gesetzgebungsvorhaben Änderungen vorgenommen werden müssen", erklärte das Ministerium.

     

  • 12/23/2016, 06:20 PM

    Alle Opfer identifiziert
    Die zwölf Todesopfer des Attentats in Berlin sind identifiziert. Nach Informationen von Spiegel Online handelt es sich um sechs Männer und sechs Frauen. Aus Sicherheitskreisen heißt es, darunter seien je eine Frau aus Tschechien, Italien und Israel sowie ein Pole - der getötete Lkw-Fahrer Lukasz U. Bei den übrigen acht Todesopfern handle es sich um Deutsche.

    Unter den 45 Verletzten befinden sich demnach Staatsbürger aus Israel, Spanien, Großbritannien, Ungarn, Finnland und dem Libanon. Einige von ihnen kämpften auch am Freitag weiter um ihr Leben. Es seien 14 Menschen sehr schwer verletzt worden, sagte Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD).

     

  • 12/23/2016, 06:23 PM

    Medienbericht: Handy des Verdächtigen gefunden
    Nach der Geldbörse hat die Polizei nach Informationen des Magazins Der Spiegel offensichtlich auch das Handy des getöteten Terrorverdächtigen Anis Amri gefunden. Das Mobiltelefon der Marke HTC sei beim Lastwagen sichergestellt worden, mit dem der 24-jährige Tunesier am Montagabend mit großer Wahrscheinlichkeit den Anschlag ausgeführt hat, berichtetet das Magazin am Freitag.

    Das Telefon werde Amri zugeordnet. Die Auswertung des Mobiltelefons durch Spezialisten der Kriminaltechnik laufe derzeit auf Hochtouren, zitierte Der Spiegel aus Sicherheitskreisen.

    Offenbar wurde das wichtige Beweisstück wie die Geldbörse Amris erst viele Stunden nach dem Anschlag gefunden worden, nämlich am Dienstag bei einer erneuten Untersuchung des Lastwagens durch die Spurensicherung. Der späte Fund, so heißt es aus Berliner Polizeikreisen, sei der "Akribie der Tatortarbeit" geschuldet. Man habe nach dem Prinzip Gründlichkeit vor Schnelligkeit gearbeitet. "Es gibt kriminaltechnische Standards, wie lange kriminaltechnische Untersuchungen dauern, die halten wir auch konsequent ein", hatte Berlins Polizeipräsident Klaus Kandt gesagt.

     

  • 12/23/2016, 05:08 PM

    Italien weist radikalen Islamisten aus
    Nach der Tötung des mutmaßlichen Attentäters hat Italien einen 37-jährigen Tunesier ausgewiesen, der wegen krimineller Taten in Haft saß und sich radikalisiert hatte. Der Mann wurde vom Flughafen Rom Fiumicino mit einem direkten Flug nach Tunis in die Heimat zurückgeführt, teilte das Innenministerium in Rom am Freitag mit.

    In Haft soll der Tunesier versucht haben, Gefängnisinsassen zu radikalisieren. Der ausgewiesene Mann habe keine Verbindungen zu Amri gehabt, hieß es in Rom. 2016 hatte Italien 65 Ausländer wegen Terrorgefahr ausgewiesen, seit Jänner 2015 waren es 131. Italienische Rechtsparteien hatten nach dem Anschlag in Berlin am Montag verstärkt zur Abschiebung von illegal lebenden Migranten aufgerufen.

    Italiens ausländerfeindliche Oppositionspartei Lega Nord plant indes am morgigen Samstag eine Kundgebung in der Kleinstadt Sesto San Giovanni bei Mailand, wo Amri getötet wurde. Die Partei fordert mehr Kontrollen von Salafisten in Italien.

  • 12/23/2016, 04:36 PM

    Warnung vor Racheakten

    Italiens Polizeichef Franco Gabrielli hat alle Sicherheitskräfte aufgefordert, sich vor möglichen "Racheaktionen" nach der Tötung Anis Amris in Acht zu nehmen. Gabrielli rief die Sicherheitskräfte auf, Schutzvorkehrungen zu treffen.

    Der italienische Innenminister, Marco Minniti (Bild), ist indes stark unter Druck geraten, weil er bei einer Pressekonferenz in Rom den Namen des Polizisten bekanntgegeben hatte, der Amri getötet hatte, und von dessen Kollegen, der mit ihm in Sesto San Giovanni bei Mailand im Einsatz war. "Minniti soll zurücktreten. Seine Inkompetenz ist unerhört. Er setzt die Polizisten der Gefahr von Racheaktionen aus", kritisierte die Rechtspartei Azione Nazionale. Aus mehreren Parteien wurde Kritik an Minniti geäußert, der erst seit vergangener Woche im Amt ist.

  • 12/23/2016, 04:35 PM

    Seehofer für bessere Durchleuchtung von Flüchtlingen

    CSU-Chef Horst Seehofer pocht nach dem Berliner Anschlag auf eine schärfere Überprüfung von Flüchtlingen und deren Herkunft. Bei vielen Verfahren gebe es nur noch einen formalisierten Fragebogen ohne Gespräche und Einbindung des Verfassungsschutzes, kritisierte der bayerische Ministerpräsident in einem Vorabbericht der Welt am Sonntag.

    Zumindest diese Formblatt-Fälle müssten noch einmal geprüft werden. Es bleibe aber das Problem, dass man bei vielen gar nicht wisse, wo sie sich aufhielten. Lücken müssten auch bei der Feststellung des Alters geschlossen werden. Dänemark stelle etwa mit Hilfe von Röntgen-Geräten das genaue Alter von unbegleiteten, angeblich Minderjährigen fest. Die meisten seien tatsächlich über 18 Jahre alt. Zudem müsse die Kontrolle der deutschen Grenzen verschärft werden, solange die europäischen durchlässig seien.

  • 12/23/2016, 04:30 PM

    ARD verschiebt "Tatort"

    Die ARD hat den für den Neujahrstag vorgesehenen "Tatort"-Krimi aus Dortmund nach dem Terror-Anschlag in Berlin verschoben. Der Film "Sturm" sei "ein hochspannender 'Tatort' des WDR, der mit dem Selbstmordattentat eines Islamisten endet", sagte Programmdirektor Volker Herres in einer Mitteilung am Freitag.

    Er wecke jedoch mit seinen Bildern und Eindrücken "Assoziationen zum Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt in Berlin". Mit Rücksicht auf die Opfer, ihre Angehörigen, Betroffene und das Empfinden von Zuschauern wollen wir diesen 'Tatort' nicht am Abend des ersten Tages im neuen Jahr, sondern mit größerem zeitlichen Abstand zeigen." Der Film werde nun auf den 29. Jänner verschoben.

  • 12/23/2016, 04:18 PM

    Polizei: Das geschah in Sesto San Giovanni
    Die Mailänder Polizeiführung hat das nächtliche Zusammentreffen mit dem mutmaßlichen Attentäter von Berlin detailliert geschildert. Demnach spielte sich das Geschehen bei einer normalen Personenkontrolle so ab: Der europaweit gesuchte Anis Amri sei sehr ruhig gewesen, habe Italienisch gesprochen, wenn auch mit ausländischem Akzent.

    Der Tunesier hatte sich früher jahrelang in Italien aufgehalten und war dort im Gefängnis. Den Polizisten sagte er demnach, er sei aus der südlichen Region Reggio Calabria, doch der Akzent habe den Beamten Christian Movio aufhorchen lassen. Movio forderte Amri auf, seinen Rucksack zu leeren. Daraufhin habe dieser eine geladene entsicherte Pistole des Kalibers 22 aus der Jacke hervorgeholt - und geschossen. Movio sei an der Schulter getroffen worden.

    Der jüngere Polizist Luca Scata (29), der sich hinter dem Streifenwagen versteckte, erwiderte das Feuer. Amri rief: "Polizisten-Bastarde". Scata habe zwei Mal geschossen, dabei habe er Amris Brustkorb getroffen. Alle Reanimationsversuche der Polizisten waren vergeblich, nach zehn Minuten starb Amri, wie es heißt.

  • 12/23/2016, 04:12 PM

    Handel spricht von robustem Weihnachtsgeschäft
    Der Terroranschlag von Berlin hat das Weihnachtsgeschäft bundesweit nicht einbrechen lassen. Die Trendumfrage bei rund 400 Unternehmen in dieser Woche habe ergeben, dass die Umsätze über dem Niveau der Vorwoche lagen, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland, Kai Falk.

    Es lasse sich aber kaum beurteilen, wie sich die Verbraucher ohne den Anschlag verhalten hätten. Insgesamt sei das Weihnachtsgeschäft "robust" gewesen.

  • 12/23/2016, 04:05 PM

    Marokko warnte vor Anschlagsplänen

    Marokkanische Sicherheitsbehörden haben deutsche Kollegen im September und Oktober vor Anschlagsplänen des mutmaßlichen Terroristen Anis Amri gewarnt. Nach Informationen der dpa aus Sicherheitskreisen vom Freitag gingen die Meldungen damals zeitgleich an den Bundesnachrichtendienst (BND) und das Bundeskriminalamt (BKA). Die Informationen aus Marokko dürften auch im gemeinsamen Terrorabwehrzentrum von Bund und Ländern (GTAZ) in Berlin eine Rolle gespielt haben. Marokkanische Sicherheitskreise bestätigten am Freitag, dass es von ihrer Seite zwei entsprechende Warnungen gegeben habe.

  • 12/23/2016, 03:54 PM

    Merkel: "Müssen mehr nach Tunesien abschieben"

    In Folge des Terroranschlags von Berlin dringt Bundeskanzlerin Angela Merkel auf schnellere Abschiebungen nach Tunesien. Sie habe mit dem tunesischen Präsidenten Beji Caid Essebsi telefoniert, sagte Merkel heute. "Ich habe dem Präsidenten gesagt, dass wir den Rückführungsprozess noch deutlich beschleunigen und die Zahl der Zurückgeführten deutlich erhöhen müssen."

    Bei der Frage der Rückführungen habe es im laufenden Jahr bereits Fortschritte gegeben. Nach dem Anschlag war bekannt geworden, dass eine Abschiebung des mutmaßlichen Täters, des Tunesiers Anis Amri, gescheitert war.

     

  • 12/23/2016, 03:23 PM

    "Grazie"

    Die Berliner Polizei hat sich per Tweet bei den Italienern bedankt: "Danke für die Unterstützung & gute Besserung dem verletzten Kollegen." Die italienische Polizei hat mittlerweile ein Foto von Cristian Movio veröffentlicht; er ist der Mailänder Beamte, der bei der Festnahme von Anis Amri an der Schulter getroffen wurde.

  • 12/23/2016, 03:20 PM

    Merkel: Gesetzesänderungen zügig umsetzen

    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zugesagt, schnell Konsequenzen aus dem Berliner Anschlag zu ziehen. „Dort wo Bedarf für politische oder gesetzliche Veränderungen gesehen wird, werden wir notwendige Maßnahmen in der Bundesregierung zügig verabreden und umsetzen“, sagt die CDU-Vorsitzende in Berlin.

  • 12/23/2016, 03:19 PM

    Le Pen und Farage kritisieren offene Grenzen

    EU-feindliche Politiker sehen in der Flucht des mutmaßlichen Berliner Attentäters Anis Amri einen Beleg für mangelnde Grenzkontrollen in Europa. "Diese Eskapade in mindestens zwei oder drei Ländern ist symptomatisch für die totale Sicherheitskatastrophe, die das Schengen-Abkommen darstellt", sagte die Vorsitzende des rechtsextremen französischen Front National (FN), Marine Le Pen, am Freitag.

    Sie bekräftigte, dass sie Frankreich seine Souveränität und nationalen Grenzen wiedergeben und das Schengen-Abkommen aufkündigen werde. Le Pen tritt im Frühjahr bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich an und will Staatschef Francois Hollande beerben.

    Ähnlich wie Le Pen äußerte sich auch Nigel Farage, der frühere Chef der rechtspopulistischen britischen Unabhängigkeitspartei UKIP. "Wenn der Mann, der in Mailand erschossen wurde, der Berlin-Mörder ist, dann zeigt sich, dass der Schengen-Raum ein Risiko für die öffentliche Sicherheit ist", erklärte Farage auf Twitter. Deshalb müsse das System offener Grenzen beendet werden.

  • 12/23/2016, 03:13 PM

    Behörden prüfen Verbot von Moschee-Verein

    Die Berliner Behörden prüfen ein mögliches Verbot des Moschee-Vereins "Fussilet 33", in dem der mutmaßliche Attentäter Anis Amri verkehrt haben soll. Derzeit werde geprüft, "ob man hier kurzfristig tätig werden kann", sagte der deutsche Innenstaatssekretär Torsten Akmann am Freitag im Berliner Innenausschuss.

    Mehr dazu lesen Sie hier.

    Moschee-Verein "Fussilet 33" Foto: APA/dpa/Maurizio Gambarini

  • 12/23/2016, 03:12 PM

    Laut Spiegel Online wurde das Video am Nordhafen in Berlin-Moabit aufgenommen - nur wenige hundert Meter von dem Ort entfernt, an dem der Lkw am Montagnachmittag entführt wurde. Auch mehrere Ministerien befinden sich hier in der Nähe.

  • 12/23/2016, 03:00 PM

    IS-Sprachrohr Amaq veröffentlichte Video Amris

    Das IS-Sprachrohr Amaq hat die Tötung des mutmaßlichen tunesischen Verantwortlichen des Anschlags in Berlin, Anis Amri, bestätigt. Auf der Webseite Amaqs wurde ein angebliches Video gezeigt, das Amri vor dem Anschlag in Berlin aufgenommen hatte, berichteten italienische Medien.

    Darin schwört der 24-jährige Tunesier seine IS-Treue und seine Entschlossenheit, die bei Luftangriffen getöteten Moslems zu rächen. Die italienische Polizei vermutete indes, dass die Pistole Kaliber 22, mit der Amri auf einen Polizisten in Sesto San Giovanni bei Mailand geschossen hatte, die selbe sei, mit der er den polnischen Lkw-Fahrer getötet haben könnte. Dabei handle es sich um eine nicht registrierte Waffe deutscher Produktion.

  • 12/23/2016, 02:55 PM

    +++ IS veröffentlichte angebliches Video von Anis Amri +++

  • 12/23/2016, 02:51 PM

    De Maizière kündigt politische Konsequenzen an

    Der deutsche Innenminister Thomas de Maizière will politische Konsequenzen aus dem Berliner Anschlag ziehen. Nach dem Tod Amris sei die Zeit dafür gekommen, sagt der CDU-Politiker. Mit Justizminister Heiko Maas (SPD) werde er sehr bald sprechen. De Maiziere verweist auf seinen schon länger vorliegenden Gesetzentwurf zur Abschiebehaft von ausreispflichtigen Gefährdern. Darüber hinaus behalte er sich weitere Vorschläge vor, um Deutschland sicherer zu machen.

  • 12/23/2016, 02:41 PM

    Italien: Debatte über Sicherheit

    Inzwischen tobt die Debatte über die Sicherheit in Italien. Beppe Grillo, Chef der europakritischen Fünf Sterne-Bewegung, forderte die sofortige Ausweisung aller illegalen Migranten in Italien. "Die Migrationslage ist außer Kontrolle in Italien und Europa. Italien ist zur Kreuzung von Terroristen geworden, die dank Schengen ungestört durch ganz Europa reisen können. Wir müssen sofort handeln. Wer Recht auf Asyl hat, soll in Italien bleiben, illegale Migranten sollen ab sofort abgeschoben werden", forderte Grillo auf seinem Blog. Er sei weiters die Wiedereinführung der Grenzkontrollen bei Anschlägen. Hinzu müsse das Dubliner Asylsystem neu bestimmt werden. "Das ist der Moment, um zu handeln und uns zu schützen", sagte Grillo.

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