"Happy tax day": New Yorks Bürgermeister Mamdani plant Reichensteuer

Nach 100 Tagen im Amt will der linke Bürgermeister sein zentrales Wahlversprechen einlösen und New Yorks Milliardäre besteuern. Trump findet das "FALSCH".
"Happy tax day": New Yorks Bürgermeister Mamdani plant Reichensteuer

Das durchschnittliche Haushaltseinkommen in New York City beträgt 131.000 US-Dollar und liegt damit weit über dem US-Durchschnitt. Gleichzeitig weist die Stadt an der Ostküste die höchste Zahl an Obdachlosen in den USA auf. 2024 waren es über 140.000 registrierte Obdachlose, die Dunkelziffer ist weitaus höher. Und ist in den vergangenen Jahren immer stärker gestiegen.

Ein paar wenige New Yorker an der Spitze der Einkommensskala häufen enorme Reichtümer an, während für Millionen andere Menschen New York unerschwinglich geworden ist. Rund 8,5 Millionen Menschen leben im "Big Apple", darunter fast 400.000 Millionäre, die New York zur Stadt mit den meisten Millionären weltweit machen. 34.000 davon verdienen mehr als eine Million Dollar pro Jahr.

Der linke Bürgermeister Zohran Mamdani hat bereits im Wahlkampf mit der Besteuerung von Millionären geworben. Nun, am 100. Tag im Amt, kündigte er die Einführung einer Zweitwohnungssteuer in seiner Stadt an. "Happy tax day, New York", verkündete er in einem Video auf X, "wir besteuern die Reichen." Der Clip hat bereits über 37 Millionen Klicks.

"Wir sind unserem Ziel eines ausgeglichenen Haushalts einen Schritt näher gekommen, indem wir die Superreichen und die globale Elite mit einer Zweitwohnungssteuer besteuern – diese erste Abgabe dieser Art in unserem Bundesstaat", erklärte Mamdani in dem Video.

Steuer für teuren Zweitwohnsitz

Die Steuer soll Wohnungen erfassen, deren Wert auf mehr als fünf Millionen Dollar geschätzt wird, und deren Eigentümer ihren Erstwohnsitz nicht in New York haben. Laut Mamdani würde die Steuer nach ersten Berechnungen rund 500 Millionen Dollar pro Jahr bringen. Die Megacity hat eine Haushaltslücke von mehr als fünf Milliarden Dollar zu stopfen (Gesamtbudget: 120 Milliarden Dollar).

In besagtem Video steht Mamdani vor einem Penthouse in New York und zeigt auf eine Wohnung darin, die dem Hedgefonds-Manager Ken Griffin gehört. Die Wohnung wird auf rund 232 Millionen Dollar geschätzt, Griffins Vermögen laut Forbes auf 50,8 Milliarden Dollar.

Den Behörden zufolge gibt es in New York rund 59.000 Wohnungen, die als Zweitwohnung registriert sind; nicht alle davon fallen in die geplante Besteuerung. "Einkommensschwache New Yorker haben es weiterhin schwer, da ihnen noch weniger Wohnraum zur Verfügung steht, um sie bei der Wohnungswahl zu unterstützen und sicherzustellen, dass sie und ihre Familien weiterhin hier leben können", heißt es in dem Bericht der Behörden.

Auch Millionäre für Besteuerung

Seit der Wahl Mamdanis im November des Vorjahres überlegen einige Millionäre öffentlich, die Stadt zu verlassen. Auch das hätte Nachteile für die Stadt: Zwar machen Einkommensmillionäre in New York zwar weniger als ein Prozent der Steuerzahler aus; sie kommen jedoch für 37 Prozent der Einkommensteuern auf. Mamdani will auch die Steuer für diese Einkommensmillionäre um zwei Prozentpunkte von derzeit 3,88 Prozent auf 5,88 Prozent erhöhen. Dagegen stellt sich aber bisher die Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul, wie Mamdani eine Demokratin, aber eher im konservativen Flügel der Partei angesiedelt.

Andere Millionäre sind durchaus bereit, mehr Steuern zu zahlen, etwa Morris Pearl, ehemaliger Direktor des weltgrößten Vermögensverwalters Blackrock. Er ist der Vorsitzende der "Patriotic Millionaires", die sich für mehr Steuern für Reiche einsetzen und die Ungleichheit bekämpfen wollen. "Die Leute sagen, dass Millionäre wie ich die Stadt verlassen werden, wenn sie die Steuern erhöhen. Das ist absurd", sagt Pearl in einem Instagram-Video, das ihn vor der öffentlichen Bibliothek in New York zeigt. "Ich möchte in einer Stadt leben, die genug Steuereinkommen hat, um diese Dinge zu bezahlen", sagt er.

Kritik gibt es wenig überraschend von US-Präsident Donald Trump: Der Präsident beschuldigte Mamdani auf Truth Social, New York City zu zerstören: "Die STEUER-, STEUER-, STEUER-Politik ist SO FALSCH." Dabei hatten Trump und Mamdani nach dessen Wahl noch mit freundschaftlichen Gesprächen im Weißen Haus überrascht, nachdem sich die beiden gegensätzlichen Politiker im Vorfeld heftige Wortgefechte geliefert hatten.

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