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Politik Ausland
08/28/2020

Neue Fotos von Kim Jong-un: Der Diktator voller Tatendrang

Nach Gerüchten, er liege im Koma zeigt sich der nordkoreanische Machthaber als Katastrophen-Manager. Doch seine Nachfolge soll längst geregelt sein.

"Todesfällen durch den Taifun vorzubeugen und den Schaden der Ernte so klein wie möglich zu halten, ist eine wichtige Aufgabe, die nicht einen Augenblick lang von unserer Partei vernachlässigt werden darf", so kompliziert wie aktuell ist das Zitat, das die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur ihrem geliebten Führer Kim Jong-un zuschreibt.

Der junge, übergewichtige Diktator ist wie so oft auf den klassischen Regimefotos zu sehen, die in den vergangenen Tagen aufgenommen worden sein sollen. Auf einem Feld in der südlichen Hwanghae Provinz ist Kim mit Begleitern zu sehen. Der Diktator inspiziert die Mais-Ernte, die er offenbar für gut befindet. Die Helfer schreiben eifrig in ihre kleinen Büchlein – das kennt man von diesen Fotos bereits.
 

Auf einer anderen Fotostrecke ist Kim bei einem Politbüro-Sitzung in Pjöngjang zu sehen. Auf allen Bildern trägt er weiß, die Mitglieder der Partei ebenfalls. In einem Video wirkt Kim nicht krank, im Gegenteil, sehr aktiv.

Alles gut!

Kim ist nicht tot oder im Koma, so die Message der jüngsten Veröffentlichungen. Denn Anfang der Woche sind erneut Meldungen kursiert, dass der 36-Jährige im Koma liegen soll. Bereits zuvor waren ähnliche Berichte publik geworden, wonach Kim Jong Un nach Einschätzung des Geheimdienstes einen Teil seiner Machtbefugnisse an seine Schwester Kim Yo Jong und andere enge Vertraute abgetreten hätte.

Der Gesundheitszustand des Diktators sorgt seit Monaten für Gerüchte in der Region und der ganzen Welt. Schon im April hatte es geheißen, Kim Jong-un ringe mit dem Tod, nach Komplikationen bei einer Operation. Doch wenig später tauchte der Machthaber laut erwähnter staatsnaher Nachrichtenagentur bei der Eröffnung einer Düngemittelfabrik wieder auf.

Jetzt wieder dasselbe Spiel. Kim wird positioniert als Katastrophen-Manager nach dem Taifun Bavi, der am Donnerstag Nordkorea erreicht haben und dort für starke Regenfälle und umgefallene Bäume gesorgt haben soll. „Glücklich“ soll Kim sein, so die Nachrichtenagentur, dass nicht mehr passiert sei.

Doch im Hintergrund soll schon längst alles dafür vorbereitet werden, dass seine jüngere Schwester das Zepter übernimmt. Das glaubt zumindest der südkoreanische Geheimdienst. Einige Dossiers soll Kim Yo-jong bereits übernommen haben, wird berichtet.

Kim Yo Jong, deren Alter in Südkorea auf 32 geschätzt wird, gilt schon seit einigen Jahren als einflussreiche Beraterin ihres Bruders. Im März dieses Jahres hatte die Parteifunktionärin erstmals eine eigene politische Erklärung abgegeben. Darin reagierte sie mit Verbalattacken auf die Kritik Südkoreas an neuen nordkoreanischen Raketentests.

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