Politik | Ausland
15.09.2017

Nach Charlottesville: Trump hält an Verurteilung linker Gruppen fest

Auch bei anti-faschistischen Gruppen gebe es "einige ziemlich üble Kerle".

Gut einen Monat nach den Zusammenstößen zwischen Rechtsextremisten und Gegendemonstranten in Charlottesville hat US-Präsident Donald Trump erneut beide Seiten wegen der Vorfälle kritisiert. Auch bei den anti-faschistischen Gruppen gebe es "einige ziemlich üble Kerle", sagte Trump am Donnerstag zu Journalisten an Bord der Air Force One. Das habe die jüngste Entwicklung gezeigt.

Rund zwei Wochen nach der Gewalt bei einem Neonazi-Aufmarsch im Bundesstaat Virginia hatte eine kleine Gruppe linksgerichteter Demonstranten im kalifornischen Berkeley eine Kundgebung Rechter attackiert. Der Präsident sagte weiter, deshalb hätten ihm inzwischen viele Leute recht gegeben.

Schwieriger Umgang mit Charlottesville

Trump hatte seine Reaktion auf die tödlichen Anschlag in Charlottesville, bereits zuvor als "perfekt" verteidigt. Dort war nach hitzigen Protesten zwischen Nationalisten, "White Supremacists" und Neonazis auf der einen - und Gegendemonstranten, darunter auch die linksradikale Antifa, auf der anderen Seite eine junge Frau von einem bekennenden Neonazi überfahren worden.

Trump hatte beide Seiten für die Gewalt verantwortlich gemacht und war dafür im In- und Ausland scharf kritisiert worden.

Ebenfalls am Donnerstag unterzeichnete Trump eine Resolution, mit der ihn der US-Kongress zu einer klaren Verurteilung rechter Gewalt aufgefordert hatte. Sie richtet sich gegen Gruppen, die Antisemitismus, Fremdenfeindlichkeit und Rassismus schüren. Trump erklärte dazu, Amerikaner gleich welcher Hautfarbe und Herkunft hätten sich an dieselben Gesetze zu halten, hätten ihre Treue derselben Flagge geschworen und seien "vom selben allmächtigen Gott geschaffen".